Indischer Whisky

Wir haben im Normalfall keinen Alkohol im Haus. Auch keine kleinen Mengen zum Kochen o.ä..

Wir trinken aber durchaus gerne mal ein Glas Whiskey – Voraussetzung: Der Whiskey muss schmecken, und wir dürfen an dem Tag nichts mehr vorhaben. Autofahren oder Arbeiten auch mit minimalsten Promillemengen sind für uns absolute No-Gos.

Wenn uns also wirklich danach ist, dann holen wir uns eine kleine Menge aus einem Laden, der Whiskeys nach Wunsch abfüllt, gezielt für den gerade bevorstehenden Abend. Da solche Fachgeschäfte nicht billig sind und man unter Umständen flüssiges Geld trinkt, ermutigt auch das dazu, langsam trinken und nur geringe Mengen zu verzehren.

Nun war uns also gerade nach Whiskey und wir waren zum Bücherkaufen eh‘ in der Stadt.

Da wir gerade etwas unternehmungslustig aufgelegt waren, fiel die Wahl auf „Amrita“ – ein Whisky, den ich in den meisten Fällen gar nicht in Betracht gezogen hätte. Er ist nämlich nicht Scotch oder Irish, nicht mal Canadian Whisky sondern: Indian.

Genau. Indischer Whisky. Das klang mir auf den ersten Blick mal sehr komisch.

Nun gut, der Herr wollte ihn ausprobieren, also nahmen wir den. Wir kaufen 8 cl., das ist genau eine Portion von 4 cl (also die große Whiskeygröße) für jeden und reicht uns für den Abend.

amrita

Wie immer erhielten wir auch ein Informationsblatt zu unserem Kauf. Hier die Inhalte:

Single Malt Whisky „Amrita“

Dieser Single Malt lagert 6 Jahre lang bei Durchschnittstemperaturen von 36 °C in Holzfässern. Das erkennt man zum einen an der sehr dunklen Farbe, aber auch an dem vollreifen Geschmack. In der Nase besticht der Whisky durch tropische Früchte, wie Ananas und Kokos, gepaart mit einem starken Lakritz-Aroma durch das Holzfass. Am Gaumen erheben sich süßliche Noten mit einem Abgang, der an Rosinen und Zimt erinnert.

Wussten Sie, dass Indien quantitativ der größte Whisky Produzent der Welt ist? Davon merken wir in Europa kaum etwas. Grund hierfür ist, dass der Hauptmarkt dieses Whiskys selbst auch in Indian liegt und kaum etwas in den Export geht. Einen indischen Single Malt Whisky zu finden ist jedoch auch in Indien eine Rarität, denn es werden in der Regel ausschließlich „Blends“ produziert. Viel Spaß mit diesem aussergewöhnlichen Whisky!

Nun gut. Der Whisky ist schon auf 45%Vol. runterverdünnt, es ist also keine Zugabe von Flüssigkeit notwendig. Aus dem Fass kommt Whisky nämlich durchaus mit 60%Vol., und dann schmeckt man außer Alkohol gar nichts mehr, d.h. man tut gut dran, vor dem Genuss selbst zu verdünnen. In der Regel wird Whisky aber auf 42-45%Vol. verdünnt verkauft.

Eis hat im Single Malt übrigens nichts verloren – außer, man legt es bewusst drauf an, einen guten Whisk(e)y zu ruinieren. Wenn man Geschmack möchte, trinkt man bei Zimmertemperatur.

Die Farbe finde ich in der Flasche schön, im Glas sieht man bei uns natürlich nichts, weil unsere Gläser eingefärbt sind.

Im Geschmack fand ich ihn noch angenehm. Die „tropischen Früchte“ aus der Beschreibung kann ich nicht unbedingt nachvollziehen, aber fruchtig ist er jedenfalls. Auch vergleichsweise süß, allerdings noch nicht so sehr, dass es mich stören würde. Die angekündigten Geschmacksnoten des Holzfasses kann ich aber nachvollziehen. Ich denke, er trinkt sich recht leicht, und wäre auch für einen Whisk(e)y-„Anfänger“ oder jemanden, der sonst keinen Whisk(e)y trinkt/mag geeignet.

Zu kaufen gäbe es ihn in den Filialen von „Vom Fass“.

Es ist dieser:

https://www.vomfass.de/spirituosen/whisky/amrita-indian-single-malt-whisky

Bei deren Webshop würde ich aber nicht bestellen, die Versandkosten sind nicht lustig!

wh