Problemlösung à la Mamagei

Papagei hat den Trinkwasserbehälter im Ess-/Schlafkäfig runtergeworfen. Alles tropft, am Fußboden breitet sich eine Lache aus.

Ich, nicht begeistert: „So, und was jetzt?!“

Mamagei: „Tuch?“

Fast hätte ich sie geschickt, eines holen… aber mit Blick auf die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf dem Weg auch noch den Wasserhahn andreht und mir beim Rücktransport ein Loch ins Handtuch reißt oder beißt, hab‘ ich es dann doch selbst gemacht.

Es heißt ja, im Kopf wären sie je nach Bereich etwa wie zweieinhalb- bis dreieinhalbjährige Kinder…Mit Blick auf Neffe (2,5) möchte ich behaupten: Kommt in etwa hin.

Mamagei als Logopäde

Der Mamagei hat sich heute morgen einen Wellensittich geschnappt und war offenbar der Meinung: Zwitschern reicht nicht.

Mamagei: „Hey, kleines Vogele, sag mal tüt!“

Wellensittich: *Zwitscher*

Mamagei: „Tüttüttütütüt. Kleines Vogele, sag mal tüt!“

Wellensittich: *Zwitscher*

Mamagei: „Na du? Na komm! Komm mein kleines Vogele. Sag mal tüt.“

Wellensittich: *Zwitscher*

Sie hat dann irgendwann aufgegeben…

Der Papagei und der Heizungsbauer

Im Zusammenhang mit der gestrigen Heizungswartung musste ich dann mal wieder dran denken, wie vor zwei Jahren unsere Gasheizung ständig ausging. Es war ein längerer Act, bis der Fehler gefunden und beseitigt war.

Der Geselle „meines“ Heizungsbauers ist Sachse. Das hört man auch.

Nun war er in jener Woche täglich im Haus, um den Fehler zu suchen, jeder Versuch einer Reparatur hielt nur Stunden. (Am Ende musste der Hersteller der Heizung einen Mitarbeiter schicken, dem Problem war anders nicht beizukommen). Mamagei fand den Mann toll. Mann. Mit Werkzeug. Der mit ihr redet. Und ihr Kugelschreiber schenkt (bis ich ihn gebeten habe, das bleiben zu lassen…).

An dem Tag hatte ich noch einen Bekannten im Haus, ich weiß gar nicht mehr, warum. Aber er kommentierte immer mal wieder den Handwerker. Seine Bezeichnung für diesen: „der Ossi“.

Ich mag es grundsätzlich schon nicht, Menschen so zu sortieren, und seit ich die Geier habe, erst recht nicht… man weiß nämlich nie, was die wann zum Besten geben. Es heißt, sie wären „vom Kopf her“ etwa wie dreijährige Kinder. +/- ein halbes Jahr.

Nur dass Dreijährige älter werden.

Papageien auch, aber nur körperlich.

Ich also: „Sag doch nicht immer Ossi zu dem Mann!“
(Gut, genau das war der ganz große Fehler, denn der Satz verknüpfte „Sag“, „Ossi“ mit „zu dem Mann“… „nicht“ versteht sie nicht wirklich gut, wenn es unbetont im Satz steht. Sie geht sehr stark nach den „herausgehobenen“ Wörtern. Und „Sag X zu dem Mann“ ist eine klare Anweisung, die sie auch ausführt, wenn sie die anfängliche Schüchternheit überwunden hat…)

Er: „…“

Mamagei: „Ossi!“

Ich: „…“

Keine halbe Stunde später, Handwerker kommt die Treppen rauf.

Mamagei: „Hallo, Ossi!“

Zum Glück fand er’s witzig…

Warten!

Der Papagei ist, wie viele Papageien, ein absoluter Gierschlund. Gefressen wird, solange was da ist, egal, ob man logischerweise Hunger haben kann oder nicht.

Ich erinnere mich da an den Tag, an dem die beiden Grauen (neben dem üblichen Körnerfutter) gemeinsam zwei Äpfel, eine Banane, eine Schale Weintrauben, drei Kiwi und zwei Sprossen einer Holzleiter verzehrt haben. Seitdem stehen bei uns keine Obstschalen mehr unbeaufsichtigt rum.

Wenn ich nun die Körnerfutterschale auffülle, ist er sofort zur Stelle, um möglichst umgehend die besten Körner rauszupicken. Entweder von innen aus dem Käfig, indem er halb durch die Klappe krabbelt, durch die ich die Schale rausgeholt habe, oder von außen, indem er mir am Gitter hängend ständig im Weg ist.

Ich verweigerte also das Auffüllen, solange in irgendeiner Form ein Papageienkopf in oder über der Schale lauerte. Das auf-Abstand-halten und warten, bis die Schale wieder richtig im Käfig ist und die Klappe zu wurde von mir auch verbal unterstützt, und die Botschaft kam durchaus auch an.

Bei beiden.

Komme gerade am Käfig vorbei. Mamagei sitzt auf einem Ast und begutachtet das Spielzeug. Papagei nähert sich dem Futter.

Mamagei sieht das.

Mamagaei: „Warten!“

Papagei erstarrt und bleibt mit ca. 15 cm Abstand vor der Futterschale sitzen. Nach ein paar Sekunden bewegt er sich vorwärts.

Mamagei: „Warten!“

Papagei zuckt zurück und erstarrt wieder.

Das wiederholt sich zwei oder drei Mal, dann verlor der Mamagei wohl die Lust. Immerhin ließ sie sich noch dazu herab, abschließend zu sagen „So-Jetzt. Braves Vogele!“ Sie kennt den Ablauf offenbar SEHR genau..

Er fiel vor Erleichterung fast mit dem Kopf voraus in die Schüssel…

 

Darf ich Papa aufwecken?

Oder, in den Worten des Mamageis: „[Name vom Mann] quietsch?“

Der häufigste Satz des heutigen Tages bisher, begonnen mit meiner Frage, als sie die Treppe raufkletterte, was sie da denn mache („Name vom Mann] quietsch!“) … worauf wir diese Pläne dann abgebrochen haben.

Mann ist heute Nacht bzw. in den frühen Morgenstunden einige 100 km mit dem Auto gefahren damit ich schlafen konnte … der darf schlafen, bis er aufwacht, da wird nicht gequietscht!

 

Wie klingt das?

Eine der häufigsten Fragen, die ich zu den „Geiern“ höre. Wie klingt das, wenn die sprechen?

Ich habe mal einfach ca. anderthalb Minuten Vogelzimmer aufgenommen. Da wird meistens ohne Sinn einfach nur geplappert, damit man halt was sagt. Auf dem Clip hört man ausschließich zwei Graupapageien, acht Wellensittiche (okay, maximal sieben, denn der achte ist taub und singt nicht) und zwei Zebrafinken. Es waren keine Menschen oder elektronischen Geräte beteiligt.

99 Sekunden gemischte Geier

Alles was klingt, als hätte es einen Stecker ist der Papagei. Was verständlich spricht ist fast durchgängig der Mamagei, der Papagei spricht nicht richtig mit Stimme. Man hört das in den beiden folgenden Ausschnitten, in denen sie beide jeweils drauf sind, auch ganz gut.

 

Hier ein paar Ausschnitte:

Mamagei: „Vogeeeel!“ Papagei: „KUSCHEL!“

Papagei: „Kuschel!“ Mamagei: „Ooh!“

Mamagei: „Hallo?“

Mamagei: „Gute Nacht.“

Blöder Geier

Da mein Mamagei nicht flugfähig ist, verbrennt er (sie) auch relativ wenig Energie. Da nun aber Nüsse und Körner/Samen allgemein einen sehr hohen Fettgehalt aufweisen, gibt es mehrmals pro Woche eben keine solchen, sondern nur ausgewähltes Obst und Gemüse. Da ist dann leider auch ihr geliebtes „Hornobst“ (Geier-Wortschöpfung…) nicht dabei.

An solchen Tagen lässt sie sich dann nach dem „servieren“ nur noch zu einer verbalen Aussage mir gegenüber herab: „Blöder Geier.“

Nochmal die Geier

Wir sitzen mit Besuch im Esszimmer.

Papagei kommt durch die Tür marschiert, schaut zu mir auf und verkündet: „Kleines Vogele macht tüt!“

A-ha?

„Kleines Vogele macht tüt.“

Sie dreht sich um und geht wieder in Richtung Tür.

Ich gehe mal hinterher und schaue nach…

Die Situation stellt sich dar wie folgt: Zwei Graupapageien sitzen vor ihrem Ess- und Schlafkäfig und würden da wohl gerne rein. Da drin sitzt allerdings der Zebrafink (man stelle sich hier mal in etwa die Größenverhältnisse vor… der Fink muss auf den Papageienstangen ganz schön balancieren). Wann immer sich ein Papagei der offenen Tür nähert, quakt der Fink einmal laut in Richtung Tür. Papagei dreht sich um und wartet lieber wieder in sicherer Entfernung. Das Spiel wiederholt sich.

Alles klar. Stimmt, kleines Vogele macht tüt. Wir haben das kleine Vogele dann aus dem Papageienkäfig entfernt und erst mal ins Vogelzimmer zurückgebracht. So einmal quer durchs Haus ist ja schon fast ’ne Weltreise für so einen kleinen Kerl.

Soße!

Ich: Sitze am Schreibtisch, bin am Arbeiten.

Papagei: Sitzt auf dem Schreibtisch und ist auch am Arbeiten (Sonnenblumenkerne vernichten).

Papagei: Streckt sich, nimmt den Rand meines Wasserglases in den Schnabel und KIPPT – direkt in die Sonnenblumenkernschale).

Ich: ???

Papagei: „Soße!“

Ja… is gut…

Klare Worte

Ich bin am Telefon, es wurde etwas länger – ich höre/sehe schon, wie die Papageiendame auf den Schreibtisch klettert und über die Tischplatte marschiert.

Ein grauer Kopf schiebt sich zwischen mich und den Hörer.

„Geier kuscheln. Tschüß!“

Ach ja… sprechende Papageien sind was schönes.