Manche Sachen braucht man echt nicht…

Der Versuch, zu schlafen, endete mit Komplettoverload. Der Versuch, morgens zu erklären, dass ich dank Overload + kein Schlaf nicht in der Lage bin, heute irgendwas zu unternehmen oder sinnvolle Dinge zu machen, führte dann dazu, dass mir die Hausherrin (nicht identisch mit der Gastgeberin) doch ernsthaft erklärte, ich hätte keine Ahnung von Autismus und SIE wüsste Bescheid, sie hätte schließlich ALLE Studien gelesen, die es dazu gibt.

Nachdem ich den Vormittag noch zwischen halb im Overload, halb im Shutdown hängend, mich irgendwie in einen einigermaßen kommunikationsfähigen Zustand gezogen habe (Ich war knapp davor, sogar SO ins Auto zu steigen und zu fahren… die Kurve habe ich gerade soeben noch gekriegt…) Und wir den Rest des Tages dann mit einem Shadowhunter-Marathon vor Netflix verbracht haben, bin ich inzwischen wieder einigermaßen aufnahme- und verarbeitungsfähig.

Allerdings auch stinkesauer.

Fazit: Jegliches auch nur ansatzweise freundschaftliches Verhältnis, das ich zur Hausherrin irgendwann hatte ist hiermit beendet.

Ich lebe mit dem autistischen Gehirn seit 40 Jahren;

Ich bin seit 15 Jahren immer mal wieder an Studien beteiligt u.ä. (mit der Forschung auf dem aktuellen Stand).

Ich habe in den letzten ca. 5 Jahren immer wieder, mit Pausen  wegen Stress und anderen Gründen, in der Unterstützung betroffener gearbeitet.

Aber natürlich habe ich KEINE Ahnung von der Materie, und KEINESFALLS so viel wie eine Dame, die in ihrer Freizeit „alle“ Studien gelesen hat.

Ja, nee, is klar.

Meiner Freundin (Gastgeberin) zuliebe werde ich irgendwie auf einen zivilisiert-höflichen Umgang mit der Hausherrin schalten, aber das war’s dann. Manche Dinge reichen mir einmal…