Gute Handwerker sind Gold wert

Und jeden Cent, den man ihnen bezahlt, auch wenn die guten sich ihren Service durchaus was kosten lassen. Ganz ehrlich? Wenn das Ergebnis stimmt, zahle ich das gern.

Das Unternehmen, das ich in Bayern mit Sanitär-/Heizungarbeiten beauftrage, ist so eines.

Gerade hatte ich am Wochenende doch drüber nachgedacht, ob ich noch die Jahreswartung für die Gasheizung machen lassen sollte während ich eh in Bayern bin… und überlegt, wann die eigentlich fällig ist… ruft mich gestern deren Chef an: „Mein Computer sagt, Ihre Wartung ist fällig – Darf ich Ihnen meinen Gesellen vorbeischicken?“ – Sicher, wann? – „Morgen vormittag?“

Kurz nach 9 stand er vor der Tür. Kurzes Gespräch, Wartung ist klar, ist sonst noch was? Ich bin der Meinung, das Ausdehnungsgefäß ist am Kaputtgehen, teile ihm mit, dass ich meine, da läuft zu viel Wasser weg. Er sagt, er schaut. Seit wir vor vier oder fünf Jahren eine Situation hatten, in der eine Aussage meinerseits als „Kunde hat keine Ahnung/kann Situation nicht richtig einschätzen“ verworfen wurde, und sich dann im Nachhinein als doch richtig herausstellte (Das war ihm aber auch echt hochnotpeinlich, als er es merkte), ist er in der Beziehung sehr genau.
Nehme ich ihm auch nicht übel, es war wirklich eine blöde Situation, dir mir mit Kunden in anderem Zusammenhang ähnlich passieren könnte.

Er prüft, kommt zu der Diagnose, die ich bereits selbst gestellt (ihm aber nicht gesagt) hatte. In Anbetracht dessen, dass das Haus immer wieder alleine ist, fällt die Entscheidung, das Teil direkt auszutauschen.

Um 11 Uhr ist alles erledigt, der Mann ist aus dem Haus, nur der Mamagei ist etwas beleidigt, weil er ihr dieses Mal keinen Kugelschreiber zum Zerlegen gegeben hat. (Das habe ich nicht so gern, weil sie die Dinger nämlich auch gerne klaut, wenn sie sie irgendwo sieht…)

Klingelt grad das Telefon…

„Hallo, ich hab‘ ne Zustellung für Sie, sind Sie in 10 Minuten da?“

10 Minuten später klingelt es an der Tür: „Entschuldigung, ich kann hier vorm Haus nicht halten.“ Stimmt, alles zugeparkt… im Parkverbot. Eigentlich darf man hier nur zum Ein- und Ausladen stehenbleiben. Er steht… 100 Meter den Berg rauf. Anders ging nicht.

Okay, laden wir oben aus und tragen die Schachteln eben zu Fuß den Berg runter – dank weiterer Parkchaoten ist es nicht möglich, mit dem Wägelchen zu fahren… Ich merke mal wieder… Kraft ist nicht mein Problem, aber meine Arme sind zu kurz um umzufassen, wenn ein breites Paket gedreht werden muss. Wir haben’s hinbekommen… Das neue Schlaf- und Esszimmer meiner Geier steht im Flur. Heute Nachmittag wird aufgebaut.

Der Service blieb durchweg einwandfrei, und auch der Umgang des Fahrers mit Leuten, die sich über den NOCH EIN LASTER beschwerten (es standen bereits zwei da, zwei weitere kamen noch als wir am Abladen waren), jammerten „Kann man da nicht näher parken“ weil wir mit den sperrigen Paketen durch mussten, und das ältere Pärchen, das meinte, wir sollten doch noch mal zurück zum Auto und sie durchlassen, „weil wenn uns was runterfällt während sie an uns vorbeigehen sind vielleicht noch sie schuld“ war super. Ich glaube, da geht nachher noch ein großes Lob an den Arbeitgeber raus.