Die Teufelshöhle in Pottenstein

Da die Osterferien quasi vor der Tür stehen, wollte ich zumindest mal meinen Mit-Bayern einen Ausflugstipp dalassen.

Habt ihr schon mal eine Tropfsteinhöhle besichtigt? Wenn nein: Zeit wird’s!

Ich empfehle die Teufelshöhle in Pottenstein, in der fränkischen Schweiz. Die fränkische Schweiz ist eh‘ schön und bietet auch sonst viel, auch gute Campingplätze und andere Angebote.

Zum ersten Mal war ich dort mit meinen Großeltern und meiner nächsten Schwester. Ich dürfte sechs oder sieben Jahre gewesen sein, meine Schwester entsprechend drei Jahre jünger. Immer wieder witzig finde ich, dass meine Haupterinnerung die an eine Enttäuschung nach der anderen war: Man durfte nichts anfassen, es waren überall Absperrungen, Photographieren nur ohne Blitz und die Höhlenbären waren nur Skelette. Und trotzdem hat es mich immer und immer wieder dahin zurückgezogen und die Höhle steht heute noch ganz oben auf der Liste der Attraktionen, die ich Besuchern zeige und Urlaubern empfehle. Irgendwas muss sie also haben…

Der „Kaiser Barbarossa“ – Bild von Wikipedia

Die Teufelshöhle ist ganzjährig geöffnet. Die Anzahl der Führung variiert aber nach Saison.

Es gibt einen großen Parkplatz direkt an der Höhle. Sollte dieser mal wieder komplett voll sein gibt es ein Stückchen die Straße runter in die eine Richtung einen weiteren Parkplatz, und ein Stückchen die Straße runter in die andere Richtung einen Dritten. Gehzeit jeweils unter fünf Minuten.

Wer im Bach gerne Fische füttern möchte: Bitte kein Brot reinwerfen, sondern die 50 Cent in den Fischfutterautomaten investieren. Der steht dort mit gutem Grund.

Im vorderen (Eingangs-)Bereich der Höhle findet man schon einiges an Informationstafeln und Material. Auch ein Video über Pottenstein und die Umgebung läuft dort. Der für Besucher erschlossene Hauptteil der Höhle ist nur im Rahmen von Führungen zu besichtigen.

Führungen finden in der Sommersaison immer dann statt, wenn sich genug Leute gesammelt haben und kosten fünf Euro für Erwachsene, drei Euro für Kinder. Familienkarten lohnen sich erst ab zwei Kindern. In der Wintersaison haben die Führungen feste Zeiten. In der Sommersaison gibt es am letzten Freitag des Monats Sonderführungen, die 100 Minuten dauern (für eine „normale“ Führung ist etwa eine dreiviertel Stunde einzuplanen).

Zu Beginn der Führung werden die wichtigsten Dinge erläutert: Photographieren gerne, aber zum Schutz der Fledermäuse nur ohne Licht. Tropfsteine anfassen ist tabu, denn wo sie berührt wurden werden sie für die nächsten 15 Jahre nicht mehr wachsen können. Dafür sind aber im ersten „Raum“ der Führung Tropfsteine ganz und aufgeschnitten ausgestellt, und diese dürfen, sollen sogar angefasst werden.

Die Führung beginnt mit einer Erklärung zur Entdeckung der Höhle und allgemeinen Informationen zu Tropfsteinen. Dann wird an mehreren Stationen innerhalb der Höhle über spezielle Formationen gesprochen, über den Verlauf der Höhle, die Bildung derselben, die Erschließung bestimmter Teile, die Höhlenbären, die Fledermäuse…

Der Ablauf sieht so aus, dass man sich an den Stationen trifft, sich dazwischen aber jeder im eigenen Tempo bewegen kann. Wie lange man also bei den separat beleuchteten Tropfsteinen oder den Skeletten stehen bleibt, wie viele Fotos man macht, wie schnell oder langsam man läuft, ob man in der Masse oder lieber für sich bleibt – da ist man eigentlich sehr frei.

Noch besser: Will man ganz für sich gehen, ist auch das möglich: indem man nämlich den Führer am Eingang bittet, das Tonband einzuschalten. Dieses ist auch in unterschiedlichen Sprachen verfügbar. Man bleibt dann hinter der Gruppe, und wenn diese an einer Station fertig ist und weitergeht, wird das Tonband angemacht, das quasi den identischen Text enthält. Den kann man dann für sich alleine anhören und dann ebenfalls weitergehen.

Fragen werden gerne, freundlich und umfassend beantwortet. Die Erklärungen sind für Kinder verständlich aber für Erwachsene nicht langweilig. Falls nicht bereits die nächste Gruppe ungeduldig wartet, ist nach der Führung noch Zeit um weitere Fragen zu stellen.

Beachtet werden sollte, dass die Höhle tief genug ist, dass das ganze Jahr über eine Temperatur von nur 9 Grad herrscht. Wer leicht friert sollte gerade im Sommer eine leichte Jacke mitbringen.

Die Wege sind gut erschlossen und auch für jüngere Kinder gangbar. Ich hatte auch schon leicht gehbehinderte Personen mit dabei. Allerdings sollte das Treppensteigen funktionieren, denn insgesamt gibt es ca. 400 Stufen. Die Geländer sind durchgängig gut. Der Rückweg vom Ausgang zum Parkplatz dauert je nach Lauftempo und wie sehr man die Natur genießen möchte (der Weg ist sehr schön und es gibt mehrere Abzweigungen, an denen man noch weitere Infotafeln finden kann mehr oder weniger lang. Man kommt auf dem Weg zum Parkplatz an einem Souvenirshop und einem Restaurant/Café vorbei. Das Angebot ist nicht gerade ausgefallen, aber gut. Vegetarier haben keine Schwierigkeiten.

Teufelshöhle Pottenstein auf Wikipedia

Website der Teufelshöhle Pottenstein

Wer gerne noch mehr Zeit in Pottenstein verbringen möchte, kann den Besuch der Teufelshöhle mit einer oder mehreren anderen Attraktionen der Ortschaft verbinden. Davon hat Pottenstein nämlich wirklich genug: 21 Angebote (die Teufelhöhle eingeschlossen) stellen die „Pottensteiner Erlebnismeile“ dar. Das Angebot ist so vielfältig, dass jeder was finden sollte – vom Fossilienklopfen, falls man noch nicht genug von Steinen hat, bis zum gemütlichen Wandern, interessanten Museen, einer Burg (die wir grundsätzlich immer erst nach Ende der Öffnungszeiten erreichen) bis hin zu sportlich-aktiveren Angeboten, die von Minigolf über mehrere Schwimmbäder bis hin zu einer Sommerrodelbahn führen.