Der Papagei und der Heizungsbauer

Im Zusammenhang mit der gestrigen Heizungswartung musste ich dann mal wieder dran denken, wie vor zwei Jahren unsere Gasheizung ständig ausging. Es war ein längerer Act, bis der Fehler gefunden und beseitigt war.

Der Geselle „meines“ Heizungsbauers ist Sachse. Das hört man auch.

Nun war er in jener Woche täglich im Haus, um den Fehler zu suchen, jeder Versuch einer Reparatur hielt nur Stunden. (Am Ende musste der Hersteller der Heizung einen Mitarbeiter schicken, dem Problem war anders nicht beizukommen). Mamagei fand den Mann toll. Mann. Mit Werkzeug. Der mit ihr redet. Und ihr Kugelschreiber schenkt (bis ich ihn gebeten habe, das bleiben zu lassen…).

An dem Tag hatte ich noch einen Bekannten im Haus, ich weiß gar nicht mehr, warum. Aber er kommentierte immer mal wieder den Handwerker. Seine Bezeichnung für diesen: „der Ossi“.

Ich mag es grundsätzlich schon nicht, Menschen so zu sortieren, und seit ich die Geier habe, erst recht nicht… man weiß nämlich nie, was die wann zum Besten geben. Es heißt, sie wären „vom Kopf her“ etwa wie dreijährige Kinder. +/- ein halbes Jahr.

Nur dass Dreijährige älter werden.

Papageien auch, aber nur körperlich.

Ich also: „Sag doch nicht immer Ossi zu dem Mann!“
(Gut, genau das war der ganz große Fehler, denn der Satz verknüpfte „Sag“, „Ossi“ mit „zu dem Mann“… „nicht“ versteht sie nicht wirklich gut, wenn es unbetont im Satz steht. Sie geht sehr stark nach den „herausgehobenen“ Wörtern. Und „Sag X zu dem Mann“ ist eine klare Anweisung, die sie auch ausführt, wenn sie die anfängliche Schüchternheit überwunden hat…)

Er: „…“

Mamagei: „Ossi!“

Ich: „…“

Keine halbe Stunde später, Handwerker kommt die Treppen rauf.

Mamagei: „Hallo, Ossi!“

Zum Glück fand er’s witzig…

Gute Handwerker sind Gold wert

Und jeden Cent, den man ihnen bezahlt, auch wenn die guten sich ihren Service durchaus was kosten lassen. Ganz ehrlich? Wenn das Ergebnis stimmt, zahle ich das gern.

Das Unternehmen, das ich in Bayern mit Sanitär-/Heizungarbeiten beauftrage, ist so eines.

Gerade hatte ich am Wochenende doch drüber nachgedacht, ob ich noch die Jahreswartung für die Gasheizung machen lassen sollte während ich eh in Bayern bin… und überlegt, wann die eigentlich fällig ist… ruft mich gestern deren Chef an: „Mein Computer sagt, Ihre Wartung ist fällig – Darf ich Ihnen meinen Gesellen vorbeischicken?“ – Sicher, wann? – „Morgen vormittag?“

Kurz nach 9 stand er vor der Tür. Kurzes Gespräch, Wartung ist klar, ist sonst noch was? Ich bin der Meinung, das Ausdehnungsgefäß ist am Kaputtgehen, teile ihm mit, dass ich meine, da läuft zu viel Wasser weg. Er sagt, er schaut. Seit wir vor vier oder fünf Jahren eine Situation hatten, in der eine Aussage meinerseits als „Kunde hat keine Ahnung/kann Situation nicht richtig einschätzen“ verworfen wurde, und sich dann im Nachhinein als doch richtig herausstellte (Das war ihm aber auch echt hochnotpeinlich, als er es merkte), ist er in der Beziehung sehr genau.
Nehme ich ihm auch nicht übel, es war wirklich eine blöde Situation, dir mir mit Kunden in anderem Zusammenhang ähnlich passieren könnte.

Er prüft, kommt zu der Diagnose, die ich bereits selbst gestellt (ihm aber nicht gesagt) hatte. In Anbetracht dessen, dass das Haus immer wieder alleine ist, fällt die Entscheidung, das Teil direkt auszutauschen.

Um 11 Uhr ist alles erledigt, der Mann ist aus dem Haus, nur der Mamagei ist etwas beleidigt, weil er ihr dieses Mal keinen Kugelschreiber zum Zerlegen gegeben hat. (Das habe ich nicht so gern, weil sie die Dinger nämlich auch gerne klaut, wenn sie sie irgendwo sieht…)