Alternativer Verwendungszweck…

So richtig unnötig sind ja Leute, die immer alles hinterfragen müssen.

Dabei meine ich nicht die Leute, die ehrliches Interesse haben und Zusammenhänge verstehen wollen, sondern die, die ganz verzweifelt versuchen, einen beim Lügen zu erwischen. So etwa gestern die Dame, die etwas abholend, zu uns kam, und vorwurfsvoll sagte: „Ich dachte, dir IST NICHT kalt in deiner Wohnung und du MAGST das so kühl. Warum liegt dann in jedem Zimmer eine Jacke?“

Wüsste nicht, was die Dame das angeht, aber bitte… ich hab ihr dann mal einen Papagei auf den nackten Arm gesetzt. Der Effekt kam besonders gut, weil wir für gestern Abend Krallenschneiden angesetzt hatten, d.h. die waren gerade so richtig, richtige böse lang und scharf. Und bei ihrem ersten Zucken machte Papagei natürlich aus Reflex den Fuß zu, um sich festzuhalten.

Grins… Ich hoffe, das hat ihre Frage beantwortet… und sie weiß jetzt, weshalb bei mir in jedem Zimmer ein schnell an- und auszuziehendes Kleidungsstück mit langen Ärmeln liegt…

Flaschenkind

Der Mamagei möchte ja nun immer mal wieder mit mir raus –  und wenn das Wetter passt, die Störche gegenüber gerade keine Jungen haben (ein flugunfähiger Graupapagei könnte durchaus Beutegröße haben…) und ich oder wir die Zeit dazu haben, nehmen wir sie auch mit spazieren oder Eis holen.

Gerade für längere Spaziergänge im Sommer müsste man aber in der Lage sein, dem Vögelchen unterwegs dann mal was zu trinken anzubieten.

Nach einigen Optionen haben wir dazu schließlich eine Lösung gefunden, die allen Beteiligten gut passt: Der Mamagei zeigte uns nämlich irgendwann: Sie kann aus der Flasche trinken.

Normalerweise habe ich eine 0,33 l Flasche für sie dabei, die ist aber gerade abgängig… daher hier im Video mit einer größeren vorgeführt. Inhalt: Leitungswasser.

 

Fasching Helau!

So, Fasching überlebt.

Also: ich habe grundsätzlich nichts gegen Fasching. Eines der ersten Dinge, die feststanden, als ich das Haus direkt an der Route unseres Faschingszugs kaufte, war, dass die Familie am Faschingssonntag bei mir sein würde. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich auch nur entfernt vor, dagegen zu protestieren. Wenn ich mich also darüber beschwere, dass es Arbeit oder Aufwand ist, ist das nur ein Ausdruck einer kurzfristigen Unannehmlichkeit, und das weiß die Familie auch.

Eine leicht anstrengende Sache ist der Hausputz im Vorfeld: Zum Thema „Putzen“ plane ich mal einen eigenen Artikel. Jedenfalls wünsche ich mir gerade mal wieder massiv eine Haushälterin. (Finanziell wär’s drin, praktisch ist mir bei dem Gedanken, jemand Fremdes in meinen Sachen zu haben, nicht wirklich wohl.) Na ja. Die eine Hälfte der Familie merkt eh nicht, wie gut geputzt ist, und die andere wird immer was zu bemängeln finden, wenn sie nicht selbst geputzt hat. Also was soll’s…
Zugegeben: Ich nutze das auch als Motivation, um ewig liegengebliebene/vor mir hergeschobene Arbeiten zu erledigen, die ich schon vor Monaten hätte machen sollen… Die rausgebrochenen Fliesen im Treppenhaus ersetzen (der Fliesenkleber hielt den Temperaturschwankungen im Winter nicht stand)… die Ofentür zerlegen, alle Einzelteile reinigen, Dichtung erneuern und alles wieder zusammensetzen, damit das Ding wieder richtig schließt und der Fleck IN der Tür (zwischen den beiden Scheiben) weg kommt…  ausgebrannte Glühbirnen ersetzen…

Zwei oder drei Tage im Voraus klären wir die Feinheiten: Wer kommt, wer bringt wie viele Leute mit, wer kommt eventuell; müssen wir Stühle aus dem Fundus holen? (meine Familie unterhält einen Vorrat an bestimmten Dingen, die einfach zwischen allen geteilt und zwischen den Haushalten hin- und hergefahren werden – meistens eben Dinge, die man nicht immer vorrätig haben muss, wie bestimmtes Werkzeug, die besonders lange Leiter, oder eben auch Stühle für 40-50 Gäste. So viele sind es Fasching glücklicherweise nie.) Wir sprechen dann auch kurz ab, ob sich bei Essensvoraussetzungen irgendwas geändert hat, gehen kurz die Gästeliste durch und stellen sicher, dass für jeden genug zu essen da ist. Meine Mutter steuert in der Regel eine Wurstplatte bei – ich bin Vegetarier, mein Mann isst zuhause in der Regel auch vegetarisch, d. h. wir haben eher keine Wurst im Haus und was übrig bliebe, würde eh‘ zu meinen Eltern gebracht. Ebenso bot sie an, sich um den „Grüngutteller“ zu kümmern – meine kleine Cousine (Grundschulalter) isst fast nur rohes Obst und Gemüse, und Gurken sind für sie ein absolutes MUSS. Wohingegen Gurken für mich der Nonplusultra-Ekelfaktor sind, und während ich sie zwar auf dem Tisch, wenn sie am von mir abgewandten Ende bleiben, geruchsmäßig ertragen kann, möchte ich sie nicht handhaben, schälen, schneiden usw. müssen.

Die Planung steht dann also, die Wohnung ist geputzt, der Sonntag kann kommen…

*

Der Sonntag begann mit früh aufstehen, erster Weg: Bäcker. Brötchen, Baguette, Krapfen sind seit zwei Tagen bestellt. Ich ärgerte mich bereits bei der Bestellung sehr: Letztes Jahr hatte ich nicht bestellt, und bereits um 8:30 war fast alles ausverkauft. Sie konnten mich dann nur noch darauf vertrösten, ich solle doch kurz vor Ladenschluss – 10:30 – wiederkommen, falls irgendwelche Bestellungen nicht abgeholt würden. So kamen wir dann zumindest noch zu Krapfen…
Heuer hatte ich nun bestellt, durfte mir dabei anhören, das sei doch Blödsinn und nicht notwendig, überhaupt wüssten sie gar nicht, ob sie Vorbestellungen annähmen, und – der allerbeste Spruch: „Das wird dann aber nicht billiger!“ Irgendwann schafften wir es dann, dass die Bestellung aufgenommen und notiert war.
Ich komme also zum Bäcker, stehe längere Zeit in der Schlange und – oh, wie toll: Meine Bestellung ist nicht da. „Das haben wir wohl irgendwie übersehen…“ Ach JA? Ich glaube, nächstes Jahr übersehe ich den Bäcker und nehme lieber einen anderen, auch wenn der ungünstiger liegt. Wenigstens waren diesmal noch genug Krapfen da. Baguette: keine Chance (zum Glück auch nicht „überlebenswichtig). Brötchen: keine mehr da. „Könnten wir aufbacken, aber das dauert 20 Minuten.“ Tja, dann würd ich mal anfangen damit, statt drüber zu diskutieren, nee?

Inzwischen kam eine What’s-App-Nachricht der Schwester meiner Mutter („Tante“ ist irgendwie komisch, da der Altersunterschied zwischen uns deutlich geringer ist, als zwischen mir und meinen Brüdern), ob sie den Hund bei mir im Haus lassen kann. The same procedure as every year… Natürlich kann sie. Machen wir doch immer so.

Nachdem ich 20 Minuten beim Bäcker verplempert habe – nein, ich war auf keinen Fall von meinem Platz seitlich der Theke mit Blick auf den Ofen wegzubewegen, nicht, dass die MEINE Semmeln noch weiterverkaufen…  – Nächster Weg zu meinen Eltern, Wurstplatte, Grüngutteller und anderes Zeugs abholen, das ich normalerweise nicht im Haus habe, und das für die eine Veranstaltung im Jahr zu kaufen nicht lohnt. Ketchup zum Beispiel. Bei der Gelegenheit nehme ich direkt noch meine Post mit – wir alle in der Nähe lebenden Berufstätigen oder Vielreisenden lassen unsere Post zu meinen Eltern liefern, wo eigentlich immer jemand zur Annahme im Haus ist.
Mit Mühe vermeide ich einen Zusammenstoß mit meinem Vater, der heute anscheinend einen besonders unpraktischen Tag erwischt hat – das von dem Menschen, der es immer gerne hat, wenn Sachen effizient, nicht umständlich und zackig funktionieren! Eigentlich ja zum Schmunzeln. – Ich weiß nicht, was er hatte, irgendwie meinte er, er müsse die Sachen zu mir in die Stadt fahren… Also quasi, ich fahre jetzt mit meiner Post, und er kommt dann mit dem Essen hinterher. Was zum…?

Ich fahre – mit ALLEM im Gepäck – heim, wo wir schnell die Tische aufstellen, nochmal sichergehen, dass alles da ist, und dann das Haus verlassen, um zum Mittagessen zu meinen Eltern zu gehen. Die halten sowieso jeden Sonntag ein großes Essen für die enge und erweiterte Familie – wer alt jeweils komme mag – keiner von uns hat Lust, heute was zu kochen, essen müssen wir was, und außerdem sollten wir ohnehin da sein. Ich habe nämlich in den zwei Wochen gut 1900 – nein, da ist keine Null zu viel – ausgesonderte, „echt“ und „versteckt“ doppelte Bücher (ein „versteckt doppeltes“ Buch ist ein Buch, das zwar nicht derselbe Titel ist, dessen Inhalte sich aber mit denen anderer vorhandener Bücher decken. Meistens der Fall bei Sammel- und Übersichtswerken, wenn zu den behandelten Themen auch jeweils eigene Sachbücher im Haus sind). Die liegen jetzt einige Zeit bei meinen Eltern im Hobbyraum aus, wo sich jeder aus dem Familien- und Bekanntenkreis nehmen darf, was er möchte. Der Rest geht dann auf den Flohmarkt. Aber Fragen wie „Wie ist dieses Buch?“, „Ist Band X zu dem hier auch dabei?“ usw. beantworten sich einfach besser, wenn wir anwesend sind…

Nach einer halben Stunde Bücherdurchgehen wird zum Essen gerufen. Dabei sehen diese Großmahlzeiten bei uns so aus: Essen kommt in so vielen Einzelteilen auf den Tisch wie möglich: Das Fleisch schwimmt nicht in der der Soße, sondern die Soße wird getrennt serviert, die Champignons sind auch nicht in der der Soße, sondern in einer eigenen Schüssel, es gibt mindestens zwei verschiedene Beilagen, außerdem Gemüse. Grundregel: Wer kommen will, kommt, wer nicht kommen will, kommt nicht; sofern das ein Bewohner des Hauses ist, kann er sich vorher oder nachher was zu essen machen, nicht aber parallel dazu – dazu ist die Küche schon mal nicht groß genug, und es bringt auch nur Unruhe rein, wenn ständig jemand am Tisch vorbei huscht. Mit oder ohne Teller den Tisch verlassen geht immer, aber zurückkommen geht erst wieder zum Kaffee, denn ständiges rein und raus stört auch. Vor allem, wenn man eh‘ recht eng sitzt.
Wenn der „Hauptgang“ abgeräumt wird, gehen die Raucher vor die Tür um eine zu rauchen, ein Teil verabschiedet sich, der Rest trinkt noch einen Kaffee – oder Tee, Kakao, Kaba, etc.

Kurze Besprechung bezüglich des Restnachmittags, und wir gehen heim. Der Rest wird hinterherkommen, aber ich will nochmal ein Stündchen Ruhe.

*

Der Faschingszug läuft direkt vor meiner Haustür vorbei. Für die Familie und unsere Besucher heißt das: Man kann genau so viel Fasching bekommen, wie man möchte: Am Straßenrand voll dabei, in meiner Bibliothek am offenen Fenster – auf Höhe des ersten Stocks eben „über den Dingen“ stehend mit etwas Abstand, dennoch dabei und auch mit Bonbons beworfen werdend… noch ein Stockwerk höher am Fenster, zu hoch um von den Teilnehmern wirklich wahrgenommen zu werden, aber mit gutem Blick… Und wer Pause braucht, geht einfach ins Wohnzimmer, denn mein Haus isoliert so gut, dass schon eine Zwischenwand reicht, um nichts mehr vom Umzug zu hören. Verkleidungsmäßig macht bei uns auch jeder, was ihm passt: Verkleidung und Schminke, Verkleidung ohne Schminke, Schminke ohne Verkleidung, nur mit lustigem Hut oder ganz normal.

Danach dann für die einen Kaffeetrinken in meiner Wohnung, während andere noch weiter feiern gehen und meine Brüder im Haus unserer Eltern selbst noch eingeladen hatten. Dadurch waren wir dieses Mal eine relativ kleine Runde

Der Mamagei freute sich sehr. Der neue Freund meiner Schwester war erstmalig dabei und wurde von dem Vogel umgehend um den Finger gewickelt.

Die Bibliothekumräumaktion war zwar nicht fertig, aber immerhin habe ich meine Privat-Atty-Ausstellung rechtzeitig abschließen können, um diese kurz vorzuführen. Der Hundegast war sich mal wieder nicht sicher, ob man vor Papageien eigentlich Angst haben muss…

Das Essen verlief ruhig, Papagei blieb im Käfig, Mamagei durfte ausnahmsweise auf einem eigenen Stuhl (sie sitzt dann auf der Lehne) mit an den Tisch. Die Versammlung löste sich auf, als die Kinder müde wurden.

Für mich gab es dann erst mal einen ausgiebigen Zwischenstopp in der Badewanne… ein bisschen Entspannung brauchte ich.

Eben haben wir noch die Reste der Wurstplatte, das Ketchup, die übrigen Semmeln und ein paar andere Sachen zu meinen Eltern zurückgefahren. Einer der ersten Sätze meiner Mutter? „Die Fenster in deiner Bibliothek müssen geputzt werden.“

Na, wenn das alles ist…

Problemlösung à la Mamagei

Papagei hat den Trinkwasserbehälter im Ess-/Schlafkäfig runtergeworfen. Alles tropft, am Fußboden breitet sich eine Lache aus.

Ich, nicht begeistert: „So, und was jetzt?!“

Mamagei: „Tuch?“

Fast hätte ich sie geschickt, eines holen… aber mit Blick auf die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf dem Weg auch noch den Wasserhahn andreht und mir beim Rücktransport ein Loch ins Handtuch reißt oder beißt, hab‘ ich es dann doch selbst gemacht.

Es heißt ja, im Kopf wären sie je nach Bereich etwa wie zweieinhalb- bis dreieinhalbjährige Kinder…Mit Blick auf Neffe (2,5) möchte ich behaupten: Kommt in etwa hin.

Mamagei als Logopäde

Der Mamagei hat sich heute morgen einen Wellensittich geschnappt und war offenbar der Meinung: Zwitschern reicht nicht.

Mamagei: „Hey, kleines Vogele, sag mal tüt!“

Wellensittich: *Zwitscher*

Mamagei: „Tüttüttütütüt. Kleines Vogele, sag mal tüt!“

Wellensittich: *Zwitscher*

Mamagei: „Na du? Na komm! Komm mein kleines Vogele. Sag mal tüt.“

Wellensittich: *Zwitscher*

Sie hat dann irgendwann aufgegeben…

Wir ver-durs-ten

So, der Schreiner mit seinem Team ist weg. Seit kurz nach acht – sie kamen 20 Minuten zu früh! – waren sie am Werkeln. Kurz nach 17 Uhr haben wir das Übergabeprotokoll unterschrieben.

Bilder von den Regalen gibt es am oder nach dem Wochenende, wenn sie eingeräumt sind. Der Mann hat gebeten, damit auf ihn zu warten. Er kommt morgen Abend.

Mamagei und Papagei, die beiden Handwerksvögel, habe ich während der Arbeiten in ihren neuen großen Schlaf- und Esskäfig gesperrt. Fazit: Er widerstand zumindest heute allen Ausbruchsversuchen, und Handwerker können sehr viel besser arbeiten, wenn ihnen niemand das Werkzeug verträgt.

Sie durften aber bei den Abschlussarbeiten noch dabei sein – der Schreiner kennt die beiden schon von früheren Aufträgen. Danach führte nun ihr erster Weg zu ihrem „eigenen“ Brunnen im Wohnzimmer. Offenbar schmeckt fließendes Wasser einfach besser, als das stehende Wasser im Wassernapf. 20170216_172217

Und hier in bewegten Bildern.

Die Lampen im Brunnen sind übrigens nicht angeschlossen. Das wäre mir mit den beiden Spezialisten zu riskant.

Ach, das Geräusch, das Mamagei da von sich gibt? Mops. Sie spricht aktuell mal wieder sehr viel Mops.

Der Papagei und der Heizungsbauer

Im Zusammenhang mit der gestrigen Heizungswartung musste ich dann mal wieder dran denken, wie vor zwei Jahren unsere Gasheizung ständig ausging. Es war ein längerer Act, bis der Fehler gefunden und beseitigt war.

Der Geselle „meines“ Heizungsbauers ist Sachse. Das hört man auch.

Nun war er in jener Woche täglich im Haus, um den Fehler zu suchen, jeder Versuch einer Reparatur hielt nur Stunden. (Am Ende musste der Hersteller der Heizung einen Mitarbeiter schicken, dem Problem war anders nicht beizukommen). Mamagei fand den Mann toll. Mann. Mit Werkzeug. Der mit ihr redet. Und ihr Kugelschreiber schenkt (bis ich ihn gebeten habe, das bleiben zu lassen…).

An dem Tag hatte ich noch einen Bekannten im Haus, ich weiß gar nicht mehr, warum. Aber er kommentierte immer mal wieder den Handwerker. Seine Bezeichnung für diesen: „der Ossi“.

Ich mag es grundsätzlich schon nicht, Menschen so zu sortieren, und seit ich die Geier habe, erst recht nicht… man weiß nämlich nie, was die wann zum Besten geben. Es heißt, sie wären „vom Kopf her“ etwa wie dreijährige Kinder. +/- ein halbes Jahr.

Nur dass Dreijährige älter werden.

Papageien auch, aber nur körperlich.

Ich also: „Sag doch nicht immer Ossi zu dem Mann!“
(Gut, genau das war der ganz große Fehler, denn der Satz verknüpfte „Sag“, „Ossi“ mit „zu dem Mann“… „nicht“ versteht sie nicht wirklich gut, wenn es unbetont im Satz steht. Sie geht sehr stark nach den „herausgehobenen“ Wörtern. Und „Sag X zu dem Mann“ ist eine klare Anweisung, die sie auch ausführt, wenn sie die anfängliche Schüchternheit überwunden hat…)

Er: „…“

Mamagei: „Ossi!“

Ich: „…“

Keine halbe Stunde später, Handwerker kommt die Treppen rauf.

Mamagei: „Hallo, Ossi!“

Zum Glück fand er’s witzig…

Warten!

Der Papagei ist, wie viele Papageien, ein absoluter Gierschlund. Gefressen wird, solange was da ist, egal, ob man logischerweise Hunger haben kann oder nicht.

Ich erinnere mich da an den Tag, an dem die beiden Grauen (neben dem üblichen Körnerfutter) gemeinsam zwei Äpfel, eine Banane, eine Schale Weintrauben, drei Kiwi und zwei Sprossen einer Holzleiter verzehrt haben. Seitdem stehen bei uns keine Obstschalen mehr unbeaufsichtigt rum.

Wenn ich nun die Körnerfutterschale auffülle, ist er sofort zur Stelle, um möglichst umgehend die besten Körner rauszupicken. Entweder von innen aus dem Käfig, indem er halb durch die Klappe krabbelt, durch die ich die Schale rausgeholt habe, oder von außen, indem er mir am Gitter hängend ständig im Weg ist.

Ich verweigerte also das Auffüllen, solange in irgendeiner Form ein Papageienkopf in oder über der Schale lauerte. Das auf-Abstand-halten und warten, bis die Schale wieder richtig im Käfig ist und die Klappe zu wurde von mir auch verbal unterstützt, und die Botschaft kam durchaus auch an.

Bei beiden.

Komme gerade am Käfig vorbei. Mamagei sitzt auf einem Ast und begutachtet das Spielzeug. Papagei nähert sich dem Futter.

Mamagei sieht das.

Mamagaei: „Warten!“

Papagei erstarrt und bleibt mit ca. 15 cm Abstand vor der Futterschale sitzen. Nach ein paar Sekunden bewegt er sich vorwärts.

Mamagei: „Warten!“

Papagei zuckt zurück und erstarrt wieder.

Das wiederholt sich zwei oder drei Mal, dann verlor der Mamagei wohl die Lust. Immerhin ließ sie sich noch dazu herab, abschließend zu sagen „So-Jetzt. Braves Vogele!“ Sie kennt den Ablauf offenbar SEHR genau..

Er fiel vor Erleichterung fast mit dem Kopf voraus in die Schüssel…

 

Die Geier ziehen um.

Da kam er also heute, der Käfig.

Nachdem die Lieferung wie beschrieben eigentlich bestmöglich vor sich ging, machten wir uns dann ans auf- und gleichzeitige abbauen des alten Käfigs.

Wir hatten bislang den Palace TW in Bayern stehen. Das ist dieser Käfig:

http://www.zooshop-online.com/product/papageien-kaefig-palacetw-130x88x162cm

Wenn man die Maße anschaut, sieht man natürlich sofort – dieser Käfig ist für einen Graupapagei – und erst recht für zwei – viel zu klein. Das ist richtig, so wäre es, wenn sie in diesem Käfig leben hätten sollen.

Das war bei uns nie der Fall. Der Käfig hat bei uns folgende Funktionen:

1.) Esszimmer. Futter gibt es ausschließlich nur im Käfig und gelegentlich aus der Hand. Das hilft ungemein, um die Sauerei im Haus unter Kontrolle zu halten.

2.) Klo. Ja, Papageien werden stubenrein. Bei uns gibt es im Käfig eine Toilettenecke. Früher konnten sie auch das offenstehende Klo verwenden, aber da Mamagei gerne den Wasserhahn am Waschbecken auf- und nicht wieder zudreht, können wir die Badezimmertüre nicht mehr unbegrenzt offenstehen lassen.

3.) Rückzugsort. Ist der Papagei im Käfig, wird er nicht angefasst und außer in Ausnahmefällen (Krankheit/Verletzung) nicht rausgelockt oder rausgenommen. Kurz: will der Vogel seine Ruhe vor uns haben, kann er sich in seinen Käfig setzen und wir respektieren da so, als wäre er ein Kind, das in sein Zimmer geht und die Tür zumacht.

4.) Schlafplatz – ergibt sich aus 3. Wird der Vogel müde, geht er dahin, wo er seine Ruhe hat.

Dafür reichte der Käfig allemal. Es gab in der Zeit, in der wir ihn hatten, vielleicht drei oder vier Mal die Situation, dass wir den Tür für ein paar Stunden zugemacht haben: Wenn Handwerker im Haus waren, und Mamagei anders nicht vom „Helfen“ abzubringen war, und wenn vogelpanischer Besuch im Haus war. Allerdings laden wir vogelpanischen Besuch kein zweites Mal ein, das tut keinem gut.
Dann noch je 10-15 Minuten wenn neue Kleinsittiche einziehen, um sicherzustellen, dass wir uns kurz auf die Kleinen konzentrieren können, ohne dass die Großen dazwischenkommen.

Allgemein kann ich zu dem Palace folgendes sagen:

Die nach oben öffnende Klappe ist sehr schön und wurde von den Geiern geliebt und bevorzugt zum ein- und aussteigen verwendet – lieber als die Fronttüren. Die Spielplatz-Plattform ist ebenfalls gut, wurde bei uns aber kaum benutzt, weil die beiden im Haus anscheinend viel interessantere Spielplätze haben.

Um einen Papagei einzusperren ist der Käfig nicht nur zu klein, sondern auch ungeeignet. Die Seitentürchen (für Nistkästen oder ähnliches) und die Türchen für den Futter- und Wasserwechsel sind nur mit einem von oben herunter hängenden Riegel gesichert. Das macht das öffnen und schließen mit einem Handgriff zwar einfach, aber jeder neugierige Papagei wird den Dreh sehr schnell selbst raushaben, wie er den Riegel von innen wegschieben kann. Das Türchen geht dann mit minimalem Druck von innen auf. Unsere kamen ganz ohne Notwendigkeit, diese Türchen zu benutzen, dahinter, und so standen die dann auch oft ständig offen – daran sieht man auch, dass das einsperren bei bestimmten Besuchen doch eher der Beruhigung des Besuchs diente als dem, den Vogel wirklich da drin zu halten…Während zwar die offenen Türchen als Ausgang keine Bedeutung für uns hatten, störte es dennoch. Die Futter- und Wasserschalen standen daher ständig AUSSERHALB des Käfigs. Da sie weiter verwendet wurden, lagen entsprechend viele Futterreste ständig auf dem Fußboden – danke, Roomba, für die tolle Arbeit da – und es wurde eben auch öfter mal nass, weil sich ein Geier mit dem Hintern voraus ins Wasser platschte (wozu den großen Vogelbadspringbrunnen im Wohnzimmer benutzen, wenn man auch im Trinkwasserschälchen ein Sitzbad nehmen kann…)

Die Verschraubung des Käfigs ist leider nicht Graupapageiensicher. Unsere beiden Handwerksvögel haben mit dem Riegel an der großen Eingangstür z. B. kurzen Prozess gemacht, und die letzten sechs Monate oder so hätten wir den Käfig nicht mal mehr absperren können, wenn wir gewollt hätten.

Die Schmutzauffangwanne um den Käfig ist optisch groß und sehr praktisch. In der Praxis hat sie sich leider als nutzlos erwiesen. Sie rutschte ständig aus der unteren Halterung, die Ecken sind nur mit je einer einzigen sehr kleinen Schrauben zusammengemacht, und die Kanten verleiten außerdem dazu, mit Vollgas dagegenzulaufen.

Die Kotschublade hat einen relativ geringen Abstand von dem darüberliegenden Gitter, was das Entfernen manchmal lustig machte, wenn sich da unten hinuntergeworfenes Spielzeug verkeilte. Außerdem war es für die Geier kein Problem, sich fallengelassenes Obst wieder zu angeln, was die Tiere wohl weniger stört, aber ich persönlich finde es nicht so toll, wenn sie fresse, was schon in der Scheiße lag.

Super ist die Optik, die Anthrazitfarbe gefällt mir viel besser als weiß oder silber. Der Käfig ist über die Rollen ganz leicht zu bewegen und hat eine Trennwand, die eingesetzt werden kann, um zwei Tiere voneinander zu trennen. Durchdacht ist das nicht so sehr gut, weil einer nur ein ganz niedriges Käfigteil hätte.

Durch einen engen Gitterabstand ist der Käfig auch für Jungtiere, Kleinpapageien oder Sittiche sicher gut geeignet. Wir hatten etwas Probleme, graupapageiendicke Stangen anzubringen.

Alles in Allem würde ich unseren alten Käfig für kleinere Vögel durchaus empfehlen, für Großpapageien ist er aber wirklich nur als Schlaf- und Essplatz tauglich, wenn die Tiere jederzeit (!) Freiflug haben. Ich könnte ihn mir auch z. B. gut als Möbelstück in einem Papageienzimmer vorstellen, eben sozusagen als Gegenstück zum Bett im Kinderzimmer.


Da nun die Anschaffung eines weiteren Papagei im Raum steht, dieser Käfig selbst als reiner Schlaf- und Essplatz für drei Papageien zu klein ist, und es mir persönlich auch Recht wäre, wenn ich in bestimmten Situationen ohne schlechtes Gewissen und ohne zu wissen, dass der Vogel nur drin bleibt, weil er gerade eh nicht so dringend raus will, die Tür zumachen zu können (z. B. wenn Kinder im Haus sind, die den Vögeln sonst was zustecken sobald man nicht hinschaut…oder bei Handwerkern… oder wenn wir in diesem Sommer die Fenster in der Nordfassade austauschen lassen, das steht nämlich an…Papagei Simon kann schließlich fliegen!), und da außerdem nächste Woche Sperrmüll ist, war nun die Anschaffung eines neuen Käfigs fällig.

Für den neuen Käfig entschieden wir uns nun für ein weniger fantasievolles Modell:

Der Arkansas II von Montana Cages

http://www.parrotshop.de/vogel/kaefige-und-volieren/papageienkaefig-und-co./259/arkansas-ii-antik-von-montana-cages

Ich möchte sagen: Kein Vergleich. Nicht nur in der Größe – hier sind es immerhin 2 x 2 x 1 m Platz. Ich habe heute Nachmittag gesagt, „Das ist ein Zookäfig“.

Die Qualität der Verarbeitung geht deutlich über alles hinaus, was ich im Haustierbereich bisher gesehen habe. Alles ist robust, nichts verbiegt sich.

Die Aufbauanleitung ist äußerst minimalistisch gehalten, es sind nur absolute Grundzüge in Form von kleinen Grafiken erklärt. Mehr ist aber eigentlich auch nicht notwendig, denn die Teile sind im Grund selbsterklärend. Die Schrauben sind ein komplett anderes Kaliber als bei unserem Vorgänger. Die Montage ging sehr schnell, allerdings ist der Käfig wirklich sauschwer und nicht von einer Person alleine montierbar. Zwei Aufsteller zusammen funktionieren, wenn beide in der Lage sind, auch einiges an Gewicht zu halten; einer auch einhändig. Andernfalls bräuchte man drei Personen, sodass zwei die Teile halten und einer schraubt.

Die Futter- und Wasserklappen haben hier richtige Riegel, die von innen unmöglich zu erreichbar und von außen mit einem Schnabel nicht bedienbar sind. Futter und Wasser wird als künftig im Käfig bleiben. Die Nistkastentüren sind ebenso gesichert, sodass ein Einsperren möglich wäre.

Farblich wählte ich wieder Anthrazit, hier als „Antik“ bezeichnet.

Die beiliegenden Sitzstangen sind leider glatt und gerade und damit eher ungünstig für Vögel, aber immerhin aus Holz. Wir haben sie jetzt erst mal installiert, allerdings werde ich am Montag andere Stangen holen. Unsere bestehenden Stangen waren zu kurz. Ich habe sie daher nur als Zusatzstangen über Eck montieren könnten. Einen Korkenzieherhasel-Ast, den ich noch hatte, habe ich ebenfalls eingebaut. Trotzdem brauchen wir auf jedenfall noch längere „Natur-„Sitzstangen.

Der Gitterabstand ist hier mit 25 mm sehr groß. Für ausgewachsene Papageien ist das perfekt, für Kleinpapageien oder Jungtiere würde ich es nicht empfehlen. Auch dieser Käfig hat eine optionale Trennwand, die wir nicht montiert haben.

Eine Schmutzauffangschürze gibt es nicht. Wir werden sehen, wie gut das funktioniert. Da die Futterschalen jetzt im Käfig bleiben müssten, und das Design unten eigentlich gut gegen rausräumen geschützt aussieht, lassen wir das mal auf uns zukommen.

Einen großen Vorteil der fehlenden Schürze haben wir bereits entdeckt: man kann hier nicht nur die Kotwanne, sondern auch das darüberliegende Gitter herausziehen. Damit sollten wir bei der oben erwähnten Situation mit eingeklemmten Spielzeugteilen leichter Ordnung schaffen können, da wir die beiden Teile gegeneinander bewegen können.

Ein Außenspielplatz am Käfig fehlt natürlich, dafür wäre bei einer Trennung jede Käfighälfte gleich groß.

Ganz wichtig für uns gerade: Der Käfig kann erweitert werden. Es gibt unterschiedliche Module, die man zukaufen kann, und die mit Blick auf die Installationsweise von meinem Gefühl her sehr einfach anzubauen wären. Natürlich ginge das nicht an der Stelle, an der der Käfig jetzt steht – da passt er gerade soeben hin. Er ist ja nun ohne Auffangschürze so tief, wie der alte mit, und fast so lang wie die ganze Wand.

Ein Wort noch zur Größe: Einem Papagei in Größe eines Graupapageien steht in Deutschland als Wohnraum gesetzlich ein Käfig von mindestens 2 x 1 x 1 m zu, dabei mindestens eine Grundfläche von 1 m². Ich kann es nicht oft genug sagen: Ein Käfig wie der Palace oben ist für Graupapageien ausschließlich nur als Ess- und Schlafplatz geeignet, und keinesfalls als Wohnort. Persönlich würde ich auch den 2 x 2 x 1 m großen (also den gesetzlichen Vorgaben für zwei Papageien entsprechenden) Käfig als zu klein dafür empfinden. Er wird selbstverständlich weiter in der bisherigen Art genutzt werden, mit Ausnahme von Sondersituationen wie dem geplanten Fensterumbau.


Während uns der Mamagei beim Aufbau einen laufenden Kommentar lieferte, kam der Papagei gleich mal helfen.

Dafür zog der Mamagei sofort ein, als der Käfig fertig war, während der Papagei erst mal noch einige Stunden oben drauf oben saß und runterschaute.

Hier nun also ein paar Fotos vom Ergebnis:

So, bevor jetzt der erste motzt: Nein, wir füttern normalerweise nicht so viele Leckerli und Vogel-„Cracker“, weder so durcheinander noch so viele auf einmal. Heute geht es aber erst mal darum, den beiden das neue Schlafzimmer bestmöglich zu verkaufen, deswegen hängt überall was „Gutes“.

Das Spielzeug ist noch ausbaufähig, wir hatten die Fläche doch etwas unterschätzt.

Die „kurzen“ Cracker an der Rückwand mit den Kunststoffclips sind übringes Meerschweinchensnacks.
Dass wir die kaufen, hat einen Hintergrund: Das meiste generische Papageienfutter und die meisten generischen Papageiencracker, die man im Supermarkt oder in der Zoohandlung erhält, enthalten Erdnüsse.
Erdnüsse und Graupapageien = Ganz ganz ganz schlechte Idee.
In der Erdnuss – also nicht in JEDER Erdnuss, aber in einigen Erdnüssen – wächst ein Pilz. Der macht dem Menschen nichts und auch den meisten Tieren nicht, aber für den Graupapageien kann er tödlich sein. Deswegen möchte ich keine Erdnüsse im Futter sehen. Auch wenn ich davon ausgehen können sollte, dass die Erdnüsse im Futter „sauber“ sind… mir fehlt da das Vertrauen in die großen Futtermarken. Also haben wir im Laden immer ein ewiges Zutatenlistenlesen, wenn wir etwas anderes als „unser“ übliches Körnerfutter (das mit getrocknetem und frischem Obst und Gemüse, Mais und ähnlichem sowie Vitaminpulver aus der Reptilienabteilung – macht schöne Federn – ergänzt wird). Irgendwann fanden wir dann mal raus: Meerschweinchencracker enthalten auch nichts anderes als Papageiencracker, ABER: Meerschweinchencracker enthalten nie Erdnüsse. Kaninchencracker übrigens schon.
Seitdem sind unsere Grauen eben am Leckerliregal Meerschweinchen. Sie haben sich noch nicht beschwert.

 

Klingelt grad das Telefon…

„Hallo, ich hab‘ ne Zustellung für Sie, sind Sie in 10 Minuten da?“

10 Minuten später klingelt es an der Tür: „Entschuldigung, ich kann hier vorm Haus nicht halten.“ Stimmt, alles zugeparkt… im Parkverbot. Eigentlich darf man hier nur zum Ein- und Ausladen stehenbleiben. Er steht… 100 Meter den Berg rauf. Anders ging nicht.

Okay, laden wir oben aus und tragen die Schachteln eben zu Fuß den Berg runter – dank weiterer Parkchaoten ist es nicht möglich, mit dem Wägelchen zu fahren… Ich merke mal wieder… Kraft ist nicht mein Problem, aber meine Arme sind zu kurz um umzufassen, wenn ein breites Paket gedreht werden muss. Wir haben’s hinbekommen… Das neue Schlaf- und Esszimmer meiner Geier steht im Flur. Heute Nachmittag wird aufgebaut.

Der Service blieb durchweg einwandfrei, und auch der Umgang des Fahrers mit Leuten, die sich über den NOCH EIN LASTER beschwerten (es standen bereits zwei da, zwei weitere kamen noch als wir am Abladen waren), jammerten „Kann man da nicht näher parken“ weil wir mit den sperrigen Paketen durch mussten, und das ältere Pärchen, das meinte, wir sollten doch noch mal zurück zum Auto und sie durchlassen, „weil wenn uns was runterfällt während sie an uns vorbeigehen sind vielleicht noch sie schuld“ war super. Ich glaube, da geht nachher noch ein großes Lob an den Arbeitgeber raus.