6. Nacht: Bannorte

Bannorte sind Stellen, an die böse Geister gebunden werden können, auf dass sie jene in Frieden lassen, denen sie zuvor zugesetzt haben. Natürlich sollte man diese Orte gerade während der Rauhnächte meiden.

Einige davon befinden sich in Sumpfgebieten und sind ohnehin schwer zu erreichen; ein Weiher liegt auf dem US-Truppenübungsplatz bei Grafenwöhr, und sollte schon deswegen nicht als Ausflugsziel gewählt werden.

Ein gebannter Geist ist seinem Herrn Arbeit schuldig. Nur eine kurze Zeitspanne, heißt es, während der Dämmerung, kann er einigermaßen frei in Krähenform verbringen und seine geringe Freizeit genießen.

Unter den Bannorten befindet sich auch die Burgruine von Flossenbürg – ein Ort, den ich während der Rauhnächte in der Tat meiden würde, im Sommer und allgemein bei gutem Wetter als Rückzugsort aber sehr schätze.

Die offiziell zugänglichen Bereiche der Ruine, ausgestattet mit Geländern und Treppen für Besucher.

Blick aus dem Burghof

Die Reste des Wehrturms

Alle Bilder von Wikipedia (Von Mibeer – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=20712143)

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Urlaubsreview – Tag 5

Schlosspark Laxenburg und Franzensburg

Der Schlosspark in Laxenburg ist nicht nur mit Ritterfest einen Besuch wert, sondern auch anderweitig. An diesem Tag hatte die ganze Gegend kaum mobiles Internet – die Pokémonjagd musste entsprechend aufgegeben werden.

Der Park wurde von dem bereits erwähnten Kaiser Franz I. angelegt. Es ist ein rein künstlicher Park, alles, was dort steht datiert maximal ins frühe 19. Jahrhundert. Dazu zählen auch die „alten“ Ruinen und Tempel.

Der Park ist bei Besuchern sehr beliebt, vor allem bei schönem Wetter. Auf Kinder mit Fahr- und Laufrädern muss man etwas aufpassen. Reiter aus dem angeschlossenen Stall haben ihre eigenen Reitwege und sollten dem Spaziergänger nicht über den Weg laufen. Hat man es lieber ruhiger, kann man die kleineren Wege verwenden.

Wer weniger gut zu Fuß ist, kann die parkinterne Bimmelbahn verwenden, für Kinder gibt es Ponyreiten, am See einen Bootsverleih. Das angeschlossene Filmmuseum hatte leider noch nie geöffnet, wenn wir dort waren und Zeit gehabt hätten.

Im Park fühle ich mich, vor allem in den hinteren Bereichen, immer wie in ein Computerspiel versetzt. Man sieht in der Ferne einen Punkt, geht drauf zu, es wird langsam ein Gebäude draus (z. B. der Concordiatempel). Man hält drauf zu, kommt an einen Fluss, kann erst mal schauen, wo und wie man da drüber kommt… sehr viel Spaß.

Im See gibt es die Franzensburg – eine Wasserburg die auf drei Wegen zu erreichen ist: Über die Fähre, per geliehenem Boot oder hinten rum über eine Brücke, quasi durch den Hintereingang. In der Burg gibt es einen kleinen Museumsladen – da wir immer kurz vor Ende der Sommeröffnungszeiten auftauchen, haben wir dort nie wirklich viel Auswahl – und ein Burgcafé, das schon eher als ausgewachsenes Restaurant bezeichnet werden könnte.

Die Burg, die als Museum gebaut wurde und mit aus unterschiedlichen Schlössern und Stiften entfernten Gegenständen ausgestattet ist (einschließlich der Deckenkassetten und Wandtapeten), ist nur im Rahmen einer Führung zugänglich.

Davon gibt es zwei Stück: Eine „Turm- und Dachführung“ und eine Museumsführung. Dauert jeweils ca. 55 Minuten und findet versetzt statt.

Turm- und Dachführung: Es gibt sehr viele Stufen. Wer schlecht Treppensteigen kann oder anderweitig Probleme mit Wendeltreppen hat, sollte es bleiben lassen. (Eine Dame ging nicht mit auf den Turm. Da die Führung nicht gerade die billigste ist, würde ich mir das doch eher vor dem Kartenkauf überlegen wollen). Der Blick vom Turm ist sehr schön und weit, auch von den „Wehrgängen“ auf dem Dach aus hat man eine gute Aussicht. Höhenangst sollte man nicht haben.

Einige der Gänge und Wege sind ziemlich eng, auch an Stellen, an denen man mal stehenbleiben und warten muss. Mit einer größeren Gruppe dicht gedrängt stehen ist jetzt nicht so unbedingt meines. Wären noch ein oder zwei Personen mehr in der Führung gewesen, wäre es nicht mehr möglich gewesen, unfreiwilligen Körperkontakt zu vermeiden.

Der Führer redete viel und informativ, erzählte auch einiges zu den Hintergründen des Baus und dem in der Burg verwendeten Symbolismus. Die Führung war durch das ständige Stop-and-Go, wie es bei solchen Führungen eben üblich ist, ziemlich anstrengend zu laufen (ich finde das wesentlich ermüdender als die ca. 150 Treppenstufen in den Turm).

Museumsführung: Die Museumsführung folgte dann zur nächsten vollen Stunde.

Hier ging es nun durch die Museumsräume, mit Erklärungen zu den Herkunftsorten der unterschiedlichen Einrichtungsgegenstände, sowie zur Familie des Kaisers Franz.

Die Führerin war dieses Mal eine sehr jung wirkende Frau. Dafür, dass es aufs Ende der Saison zugeht, machte sie einen äußerst unerfahrenen Eindruck. Gestellte Fragen konnte sie mehrfach nur mit „Weiß ich nicht“ beantworten. Leider nahmen sie mehrere Führungsteilnehmer wohl auch nicht so wirklich für voll und störten andauernd – ein Paar, das sich laufend von der Gruppe entfernte, versuchte, in Räume einzudringen, trotz ausgesprochenem und ausgeschilderten Photographierverbot dauernd am Knipsen war, und allgemein sehr stark störte. Ein weiterer Herr verlangte mehrfach, raus und wieder reingelassen zu werden. Verständnis dafür, eine solche Veranstaltung zwischenrein verlassen zu müssen oder wollen, habe ich schon. Das passiert mir auch schon mal. Aber dann bleibe ich draußen und hämmere nicht an die nächste Tür, um wieder rein zu dürfen. Vor allem nicht mehr als einmal in derselben Stunde.

Dafür kann die Führerin natürlich nichts… seltsam war allerdings, dass sie eine Markierung erwähnte, die „hier irgendwo in der Burg sein soll“, von der sie aber nicht wüsste, wo. Uns war diese direkt vorher auf der Dachführung gezeigt worden. Sprechen sich die Führer hier nicht ab? Bekommen die keinen Überblick ausgehändigt? Die Frau macht ebenfalls Dachführungen (die beiden wechselten sich zumindest an dem Tag ab), und läuft damit an dieser Markierung vorbei. Es schränkt das Vertrauen in alles andere, was sie sagte, doch etwas ein.

Die Burg ist auch so sehenswert, eventuell würde ich aber nächstes Mal auch einen Audioguide nehmen, oder speziell nachfragen, wann der ältere Führer die Runde macht.

Mittagessen gab es für uns im Schlosscafé. Terrassenplätze sind für mich eher unpraktisch, aber die Tische direkt am Gebäude sind in Ordnung. Allgemein ist zumindest zu dieser Jahreszeit der Bereich näher am See beliebter, sodass man dort immer recht für sich alleine ist. Ein einigermaßen schattiger Tisch lässt sich dort auch finden.

Bedient wird schnell und freundlich. Immer. Wir sind dort in schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr, und es gab noch nie Probleme. Beim Tempo hilft es, dass die Kellner Bestellungen elektronisch aufnehmen, sodass man nicht darauf angewiesen ist, wieder auf „seinen“ Kellner zu warten.

Die Karte ist umfassend, vegetarisch ist kein Problem. Die Auswahl unter Umständen schon, denn man muss sich ja für eines entscheiden.

Auf dem Rückweg fiel uns gegenüber von „unserem“ Eissalon noch eine zweite Eisdiele auf, die mit „bio“, „laktose- und glutenfreien“ sowie „veganen“ Sorten, geringem Zuckerzusatz und keinen künstlichen Zusätzen wirbt. Gerade hatten wir zum Testen keine Lust mehr, setzten das aber schon mal auf den Plan für Samstag.

Gelaufene KM: 7,9

Urlaubsreview – Tag 2

Mödling und Burg Liechtenstein

Unser Plan für den Tag: Ab nach Mödling und Pokémon jagen.

Zunächst: Die Innenstadt von Mödling ist sehr schön, und Pokémon Go ist hier ein guter Fremdenführer. Zahlreiche Fassadenverzierungen und Infoplaketten die man anderweitig leicht übersieht (wir waren ja auch nicht zum ersten Mal dort) fielen uns so auf. Ich habe einige gute Anregungen gefunden, die ich möglicherweise mal in einer Geschichte verwursten werde. Viel gelernt auch über örtliche Persönlichkeiten, wir schlugen tatsächlich jeden Künstler nach, der irgendwo erwähnt wurde.

Zeit nahmen wir uns zunächst auch für einen Besuch der St. Othmarkirche. Dorthin hatten sich während des zweiten Türkenkriegs ein großer Teil der Einwohner geflüchtet. Half nichts, denn sie wurden dort gefunden und getötet.

Die Kirche ist eine sehr hübsche gotische Kirche, die hohen, bunten Glasfenster wunderschön. Leider stand die Sonne nicht richtig, aber der Effekt muss beeindruckend sein.

Gegenüber steht die Pantaleonskapelle, ebenfalls sehr hübsch.

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Ich hatte hier mit der Sonne etwas Schwierigkeiten, und daher keine weiteren Photos gemacht (Ja, Handy geradehalten ist nicht mein Ding. Ich bin kein großer Photograph).

Die große Treppe am oberen Ende des Kirchhofs führt zum Startpunkt zahlreicher Wanderwege. An dieser Stelle entschieden wir uns dann kurzfristig, die bereits mehrfach angedachte Wanderung zur Burg Liechtenstein doch einfach jetzt gleich zu machen. Kurz zurück in die Stadt, um Getränke und Proviant zu holen, zurück nach oben und kurz orientieren. Dank GPS und Blick auf die Handykarte stellten wir eine Abkürzung bis zur ersten Zwischenstation fest und nutzten diese auch. So standen wir dann kurze Zeit später vor dem sogenannten Schwarzen Turm. (Auf dem Weg hätte es ein Gasthaus gegeben, das allerdings geschlossen war. Gut also, dass wir uns nicht darauf verlassen hatten, dort noch Proviant nachkaufen zu können.)

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Der Schwarze Turm sieht auf den ersten Blick aus wie die Ruine eines alten Wehrturms – ist er aber nicht. Es handelt sich um eine künstliche Ruine, die der Fürst von Liechtenstein seinerzeit anlegen ließ – schöne alte Ruinen waren wohl gerade chic, und wenn man keine bei der Hand hatte, mussten eben neue gebaut werden. Der Turm ist nicht zugänglich und kann nur aus etwas Abstand betrachtet werden.

Von da ab ging es dann auf dem regulären Wanderweg weiter – nehmen wir zumindest an, denn die Beschilderung fehlte teilweise. Wir hätten zwar auch richtig geraten, aber das Handy ist doch sehr hilfreich als Wanderkartenersatz.

Das gegenüberliegende Schloss Liechtenstein, die wesentlich jüngere Sommerresidenz, ist heute eine Seniorenresidenz. Entsprechend gesittet geht es auch im Park unterhalb der Burg zu. Schatten spenden große Bäume, teils noch aus der Bepflanzung aus der alten Parkanlage. Das Restaurant hier hat sehr geringe Öffnungszeiten, die sich nicht mit unserem Besuch überschnitten. Ein weiteres Restaurant und Café gibt es in etwa fünf Gehminuten Entfernung. Bis dahin hatten wir allerdings beschlossen: Wenn wir uns hinsetzen wird richtig gegessen – und dazu hatten wir die Zeit nicht, denn Führungen gibt es immer zur vollen Stunde.

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Führungskarten, Postkarten, Burgführer kaufen und dann nochmal kurz warten…

Die volle Stunde kam, und wir waren die einzigen Anwesenden. Ganz toll: Es gab keine Frage, ob wir auf die nächste Führung warten könnten, kein Gemoser oder Gemotze, sondern lediglich ein Schulterzucken und „Na, dann gibt’s jetzt eine Privatführung.“ Gut, so steht es auch auf der Website, aber meiner Erfahrung nach ist es nicht selbstverständlich, dass es sich vor Ort dann genau so darstellt.

Es war natürlich absolut das richtige – nur die Freundin und ich mit der Führerin einmal durch die Burg (Nein, mein Mann ist nicht dabei, diese Woche nehmen wir uns jedes Jahr Ende September, schon sehr viel länger als ich ihn kenne. Die gehört uns, da hat er nichts verloren.) Man konnte sich so auch sehr schön unterhalten und zusätzlich nachfragen. Bei größeren Gruppen halte ich mich da sehr zurück, da ich es schwer schaffe, diese Zwischenstufe zwischen interessiert fragen und alle mit unzähligen Detailfragen zu nerven bzw. keinen anderen mehr zu Wort kommen zu lassen zu treffen. Da bin ich dann vorsichtshalber stummer Führungsteilnehmer.

Das war hier nicht notwendig. Gut, vieles von dem, was sie so über das mittelalterliche Leben erzählte, wusste ich schon, allerdings konnte sie auch Fragen zur Architektur der Burg gut beantworten. Ein kleiner Fehler unterlief ihr beim Erklären des Verhältnisses Gambeson zu Rüstung. Ich neige halt doch etwas zu Besserwisserei, ich konnte das dann nicht so unkommentiert stehen lassen. Sie schien es mir aber nicht übel zu nehmen.

Die Runde ist mit 50 Minuten angesetzt, wir waren etwas länger unterwegs, es wurde aber bis zuletzt nicht gehetzt.

Die Führung könnte man auch gut mit Kindern machen. Auch ansonsten ist die Runde größtenteils unproblematisch, sofern man den ersten Satz Stufen zum Eingang hinauf schafft. Dieser ist leider nicht zu umgehen, relativ eng und steil. In der Burg gibt es natürlich ebenfalls Treppen, im Vergleich zu diesem ersten Aufstieg sind diese jedoch harmlos – wer es bis zur Eingangstür geschafft hat, schafft auch die Burg. Enge, dunkle, schmale oder niedrige Räume, die man nicht vermeiden kann, gibt es nicht. Eine wirklich niedrige Tür führt in einen hohen, hellen Raum. Wer unter Höhenangst leidet, sollte weder die „Toilette“ (eine Art Balkon mit Plumpsklo), noch den eigentlichen Balkon betreten.

Zurück ging es dann auf anderer Strecke, durch Maria Enzersdorf.

 

Bis wir nach Mödling zurückkamen, war dann doch dringend ein sehr spätes Mittagessen fällig. Wir hatten beide keine Lust, uns etwas Neues zu suchen, und steuerten daher unser übliches Mittagsziel in Mödling an. Hatte den zusätzlichen Vorteil, direkt auf dem Weg zum Parkplatz zu liegen.

Es ist die „Kochkiste„, laut Website ein Bistro.

Optisch macht es nicht besonders viel her, weder von außen, noch von innen. Wer ein ansprechendes hübsches Ambiente sucht, ist fehl am Platz. Es ist alles sehr praktisch und rein funktional eingerichtet.

Mich würden die Plätze vorne im Raum nerven, aber es gibt einen kleinen Tisch neben der Theke, an dem man quasi in einer Wandnische sitzt. Perfekt. Nichts nervt außenrum. Allerdings kann es sein, dass man das Essen, das hinter der Theke zum Portionieren bereitgehalten wird, riecht.

Es gäbe alles auch zum Mitnehmen.

Es läuft weder Radio noch Musik, was in solchen kleinen Ein-Raum-Einrichtungen auch nicht selbstverständlich ist.

Gekocht wird vegan und vegetarisch, auch glutenfreie Gerichte gibt es. Ein Teil der Karte bleibt stabil, andere Gerichte sind saisonal. Die Auswahl, auch bei den Getränken, reicht von vollkommen üblich bis etwas ausgefallen.

Die Bedienung war bislang immer etwas „hopplahopp“, was für mich kein Problem ist, andere aber möglicherweise stört.

Geöffnet ist zwar bis 16 Uhr, aber die Küche schließt relativ früh, sodass die Auswahl nach hinten zu dann stark eingeschränkt ist.

Für uns gab es „Vegi-Burger“, nach Experimenten war mir nach dem Tag auch nicht mehr, dazu dunkeln Holundersaft. Richtigen, nicht Wasser mit einem Spritzer Holundersirup. Sehr gut.

 

Weil wir anscheinend noch nicht weit genug gelaufen waren, legten wir abends nochmal einen längeren Spaziergang ein und grasten die Gegend nach weiteren Pokémon ab.

Gelaufene KM (laut Handy-Log): 35,2

Das war unser Rekordtag in Kilometern bemessen…