Schlacht von Austerlitz – Reenactment (Teil 2)

Fortsetzung von hier

Auch der Samstag blieb trocken.

Erste Amtshandlung des Tages nach Kaffee für mich und Frühstück für den Mann: Ab in den Stall und Pferde sichten. Wenig begeisterte uns die Ankündigung, wir würden ausgebildete Dressur-(Turnier-)Pferde zur Verfügung gestellt bekommen. Weniger wegen „Hilfe, das Pferd ist so teuer“, und mehr deswegen, weil das Gros der ausgebildeten Turnierdressurpferde nicht gerade für Nervenstärke und gutes Benehmen bekannt ist. Das ergibt sich leider aus der eher katastrophalen Ausbildung, die sich nur auf Leistung und nicht auf die Grundlagen konzentriert.

Vor dem Stall stehen zwei Wachen mit Bärenfellmützen – Mitglieder der alten Garde Napoleons.

„Oh“, sagt der Mann, „Ist der Chef schon da?“

Der Soldat schaut ihn ob der Respektlosigkeit finster an, aber er spielt einen der wenigen, die sich das tatsächlich leisten dürfen, also missbilligt er schweigend.

Wir treten ein, sehen Napoleon auch direkt seitlich am Gebäude stehend – ihm gegenüber ein Fernsehteam, das ihm ein Mikrofon unter die Nase hält. Er gibt sein Interview mit sichtbarer Freude. Als Napoleondarsteller muss man sowas schon mögen.

Wir bleiben mal schön aus dem Bild und schauen nach unseren zugeteilten Rössern.

Die werden uns gesattelt übergeben und machen einen angenehm ruhigen Eindruck. Runde um den Platz damit… naja, Dressurpferde müssen sich ja per Definition eigentlich gut lenken lassen. Tun sie auch. Wie sie dann im Gefecht aussehen werden wir sehen… spätestens beim Einexerzieren.

Zumindest schwingt der Mann mal sein Schwert etwas, und das Gefuchtel zumindest stört sein Pferd nicht.

Ich merke mir allerdings eines – nächstes Mal vorsorglich Sporen mitbringen. Manche historischen Sättel machen es einem wirklich schwer, mit dem Bein „ans Pferd zu kommen“ und wirken fast so isolierend wie Westernsättel. Dann hat man entweder eine Verlängerung am Stiefel, oder am nächsten Morgen Muskelkater. Da ich in meiner Rolle meistens nicht reite, spare ich mir das üblicherweise. Hier wurde uns aber mitgeteilt, wer kein Fußsoldat ist und reiten kann bekommt auch ein Pferd, denn die Strecke zum Gefechtsplatz ist etwas länger und soll aus Rücksicht auf den Park nicht mit dem Auto angefahren werden.

Das Wetter ist immer noch trocken, der Himmel grau und dicht bewölkt. Der Mann friert trotz Pelzmantel. Ich nicht, trotz dünnem Segeltuchmantel.

Meistens findet das Einexerzieren so halböffentlich statt – also für das Publikum zugänglich, aber sie müssen schon aktiv da hin wollen, rausfinden wo es ist, und hingehen. Nicht hier. Hier ist es offiziell ausgeschildert und Teil des Veranstaltungsplans. Fußsoldaten, Kavallerie getrennt. Jeweils angesetzt mit einer Stunde.

Zeitgleich finden im Park auch Vorführungen statt – insbesondere unterschiedlicher Fechttechniken. Mehrere Gruppen sind ausschließlich für die Vorführungen angereist und werden nicht an der Schlacht teilnehmen.

Interaktiv wird es auch, denn die Veranstalter haben ein historisches Reitturnier organisiert. Das kann man sich jetzt grob so wie das vorstellen, was wir heute Ponyspiele nennen – nur eben in historischen Uniformen/historischer Kleidung und zumeist auf Großpferden. Ringe werden mit dem Schwert aufgespießt, etc.

Ich freue mich, dass ich die nicht exerzieren muss und Zeit habe, mir die Qualifikationsrunde anzuschauen. Da sind ein paar sehr schöne Pferde mit dabei – und die unseren lässt das Geknalle auch komplett kalt. Sehr schön.

Eines muss ich da direkt mal wieder merken: Vom Pferd aus stresst mich die Masse und das Gewusel wesentlich weniger als zu Fuß. Man ist doch etwas weiter weg, und außerdem hat man ein Pferd direkt bei sich, das hilft immer, so blöd das vielleicht klingt.

Das Mittagessen fällt sparsam aus, aber uns wurde ein größeres Festmahl nach gewonnener Schlacht in Aussicht gestellt. Soweit, so gut… verhungern werden wir jedenfalls nicht, und wer wirklich mehr Hunger hat, kann sich auf dem Markt ja einfach einen Crépe holen. Oder eine Wurstsemmel. Oder Suppe.

Ganz gerne gesehen hätte ich die Vorführung der österreichischen „Jäger“, aber das beißt sich mit dem Schlachtenplan, denn ich muss auf meinen Posten und mich um die Verwundeten kümmern.

Davon haben wir heute relativ wenige, was vermutlich daran liegt, dass der Boden recht kalt ist, und keiner so Recht Lust hat, auf diesem zusammenzubrechen und liegenzubleiben. Das wiederum wäre aber eine Grundvoraussetzung dafür, als Verwundet zu gelten.

Die Schlacht tobt – es sind sehr viele Gruppen da, es ist viel los auf dem Feld. Die Offiziere haben alle Hände voll zu tun, und mein Mann ist nach der Schlacht komplett nassgeschwitzt. Damit friert er natürlich anschließend noch mehr…

Irgendwann auf dem Rückritt zum „Hauptquartier“ reiht sich einer der Offiziere neben mir ein und meint: „Er  legt’s echt drauf an…“

Wer ist „er“ und warum legt er’s drauf an…?

Ich blicke mich um. Da er es zu mir gesagt hat ist „er“ vermutlich mein Mann… der unterhält sich grade mit seinem Kaiser und…naja, ihm ist kalt. Er hat sich die Zügel um das Handgelenk gewickelt und die Hände in den Ärmeln seines Wahnsinnsmantels versteckt. Wenn er meint.

Kurz darauf nimmt er die Zügel dann doch wieder auf, denn ihm fällt ein, man könnte ja mal aus Jux eine kleine Dressurkür hinlegen, wenn man schon das passende Pferd dazu hat.

Wir kommen alle angemessen beeindruckt „zuhause“ an und werden dort tatsächlich mehr als großzügig verköstigt.

Gut gestärkt geht es zurück in die Stadt. Inzwischen ist es finster, man muss schon aufpassen mit den Pferden.

Jetzt dürfen wir aber aufs Rathaus marschieren, wo wir – auch wenn im Original die Schlacht zu dieser Tageszeit schon lange vorbei war – auf letzten Widerstand treffen und es noch einmal zu einem Feuergefecht kommt…

.…das dann nahtlos in ein wunderschönes Feuerwerk übergeht. Ich liebe Feuerwerke, und gut choreographierte erst recht. Meinetwegen hätte es gerne doppelt so lang sein dürfen. Mündungsblitze am Boden, Feuerwerkssterne im Himmel – interessante Kombination.

Abendessen gibt es zu Hause, immer noch im Kostüm und „in character“, ein paar Stunden später.

Unser Gastgeber hat noch ein ganz besonderes Angebot für uns…

…und so stehen wir am nächsten Morgen früher auf, als wir müssten.

Danke-ich-frühstücke-nicht hat er nicht vergessen, aber meinen Kaffee bekomme ich stark und schwarz.

Tja, und dann geht es zurück aufs Pferd… aber nicht alleine, denn heute morgen dürfen wir den Falken beim üben zusehen. Wahnsinn, diese Vogel. Noch mehr, einen davon mit auf dem Pferd zu haben, oder starten zu lassen, oder wieder landen zu lassen… Einfach nur wow. Sprachlos. Immer noch. Mamagei und Papagei sage ich das lieber nicht, nicht dass die noch eifersüchtig werden…

Nach unserem kleinen Ausflug in die Falkenjagd nehmen wir uns noch die Zeit für das, was das ganze Wochenende über nicht geklappt hat – eine Führung durch Schloss Slavkov, bzw. das Museum dort.

Und dann geht es auch, das Mittagessen in Form belegter Brote in der Tasche, schon wieder auf die Heimfahrt. Definitiv ein Wochenende, das man nicht so schnell vergisst.

Schlacht von Austerlitz – Reenactment (Teil 1)

Meistens sind ja nur die „runden“ Jubiläen richtig groß angelegt. In den Jahren dazwischen fallen die Schlachten und das Programm darum herum eher handlich aus.

Slavkov u Brna hat jedoch auch zum unrunden Jahrestag die großen Geschütze ausgepackt. Das war schon beim Blick auf das Programm klar, das von Donnerstag bis Samstagabend gehen sollte.

Nun, den Donnerstag mussten wir gleich mal ausfallen lassen. Der Herr konnte der Arbeit nicht fernbleiben. Der Tag Verspätung war allerdings nicht ganz so tragisch – vielen anderen ging es auch nicht anders, und wir waren beileibe nicht die letzten Ankömmlinge.

Ich werde mal wieder dran erinnert, dass ich Zugfahren eigentlich nicht ausstehen kann. Bei unserer letzten Umsteigestation nuschelt der Mann was vor sich hin.
„Wolltest du nicht ’ne Tüte Vokale mitbringen?“ frage ich ihn. Es ist ein ewiger Witz zwischen uns, dass das Französische dem Tschechischen und dem Polnischen ja mal ein paar Vokale spenden könnte, wo es doch so viel mehr schreibt als es zur Aussprache benötigt.

„Es. Ist. Arschkalt.“

Er kriegt es fertig, in dem Satz sehr artikuliert ganze drei Sprachen zu mischen, aber offenbar bringt nur das Deutsche die Temperatur angemessen zum Ausdruck. Und ich finde das noch nicht mal. Eigentlich ist es bestenfalls angenehm kühl… Da Temperaturwahrnehmung aber so eine Sache ist, weise ich nur kurz darauf hin, dass uns nur ein paar Grad von der Originaltemperatur trennen, und ganz ehrlich? Niederschlag bei null Grad ist Niederschlag bei fünf Grad fürs Reenactment definitiv vorzuziehen.

Wir kommen an… am liebsten würde ich jetzt erst mal eine große Runde durch die Stadt drehen, frische Luft schnappen und mich einigermaßen in Ort und Zeit orientieren, denn beides verliere ich bei Zugfahrten, und insbesondere bei internationalen Zugfahrten finde ich dann den Übergang von einer Sprache zur anderen schrecklich stressig. Vom Gefühl her etwa so, als würde *plötzlich* und ohne Grund jeder um mich herum nur Kauderwelsch sprechen.

Dass mein Tschechisch gerade reicht, um nicht zu verhungern, hilft auch nicht gerade.

Wir werden aber von unserem Gastgeber eingesammelt und in einer lustigen Mischung aus Deutsch, Englisch, Französisch und Tschechisch in unser Quartier gebracht. Gastgeber und Familie halten, wie sich herausstellt, Vögel. Keine Papageien und Sittiche, sondern „Arbeitsvögel“. Lies: Jagdfalken, Eulen und Raben, letztere als Partner für Mittelaltermärkte und Reenactments. Im Haus lebt noch ein sehr gesprächiger Beo. Er entschuldigt sich schon mal im Voraus für den Vogel. Seit die Kinder in der Pubertät waren, sagt er, flucht und schimpft der ganz schrecklich.

Vielleicht ist es ganz gut, dass wir den Beo nicht wirklich verstehen, denn zu sagen hat er eine Menge zu uns.

Nachdem ich zum Ausdruck gebracht habe, dass ich selbst Vögel halte, bekommen wir auch noch einen Rundgang zu diesen, bevor es ein spätes Mittag- oder sehr frühes Abendessen gibt.

Dann heißt es Umziehen, für meinen Mann allerdings erst mal nicht in Uniform sondern in Zivil, denn „unsere“ Armee hat heute noch nichts zu melden, und in der Stadt auch eigentlich nichts verloren. Für mich kein Problem, ich trage eh keine Uniform. Und der Mann wusste es ja vorher und hat Zivilkleidung mitgenommen. Die hat auch nicht weniger Lagen als die Uniform, umfasst aber statt der Uniformjacke Mantel und Cape. Der Zweispitz mit der Feder weicht einem normalen Hut.

So mischen wir uns unter’s Volk und schauen zu, wie die Alliierten einziehen und in aller Ruhe das Stadtzentrum besetzen. Sie haben’s nicht besonders eilig – sind ja fast keine Franzosen da.

Wir haben sogar noch Zeit, um über den Weihnachtsmarkt zu gehen und festzustellen, dass wir nichts brauchen, die Stimmung aber sehr nett ist, bevor es zur Planungssitzung geht.

Die ist schon irgendwie lustig, so ganz ohne Uniformen. Nur Napoleon selbst lässt sich die seine nicht nehmen.

Für den nächsten Tag sind zwei Schlachten geplant – eine „richtige“ im Feld und eine angedeutete nach Einbruch der Dunkelheit vor dem Rathaus, direkt übergehend ins große Feuerwerk. Schön. Ich liebe Feuerwerk!

Die Sitzung endet damit, dass der Kaiser seine Offiziere zum Umziehen schickt – den Rest des Abends sollen sie dann doch in Uniform bestreiten. Der Mann geht also brav die Gewandung wechseln, während ich mir einfach noch zwanzig Minuten Ruhe nehme und an der frischen Luft etwas Energie tanke.

Die Herren kehren uniformiert zurück, gerade rechtzeitig um sehr unhistorisch der Ankunft von Kaiser Franz und Zar Alexander beizuwohnen. Bonaparte darf sich ebenfalls sehr unhistorisch dazugesellen. Man ist ja nicht wirklich im Krieg.

Kurzes Palaver, und ab geht’s ins Schloss Slavkov, wo die grässlichste aller Reenactmentveranstaltungen stattfinden soll: der Offiziersball.

Diese gibt es bei Reenactments öfter mal, und ich bin heilfroh, dass meine Rolle keine aktive Teilnahme erfordert. Ich tanze weder gern noch gut und erst recht nicht mit Fremden. Mein Mann tanzt angemessen gut aber nicht besonders gern, und es ist ihm durchaus anzusehen, dass er sich auch lieber zu mir ins „Publikum“ setzen möchte.

Das kommt aber gar nicht in Frage, denn die Dame, die die Frau seiner jeweiligen Figur spielt, ist ebenfalls anwesend –und die wiederum tanzt sehr gerne und strahlt über’s ganze Gesicht. Als guter „Ehemann“ muss er sich also in sein Schicksal fügen und erst mal die Pflichttänze abarbeiten. Also, ich muss ja sagen – ich tanze zwar nicht gern, aber ich sehe ihm durchaus gerne dabei zu, vor allem so in Uniform…

Das Schloss beinhaltet ein Museum, das der Schlacht gewidmet ist. Eigentlich hatte ich ja gehofft, mich zwischenrein mal davonschleichen und mir dieses anschauen zu können – es hat den ganzen Abend über geöffnet – aber da machen mir ein paar Österreichische und Russische „Kollegen“ einen Strich durch die Rechnung, die an meinem Tisch landen und mir glatt ein Gespräch aufdrängen. Wenigstens kommen wir zügig auf ein angenehmes Thema, und so lässt es sich dann mit ausreichend Kaffee aushalten, bis die Musikanten das letzte Lied spielen, der letzte Tanz zu Ende ist, und wir uns ins Quartier zurückziehen können, um morgen hoffentlich wach und munter in den Schlachttag zu starten.

Die Dreikaiserschlacht; 2.12.1805

Und es trug sich zu…
dass hoher Besuch in einer kleinen Stadt in Mähren eintraf.

Oder so ähnlich. Denn zum Kaffeetrinken und Kuchenessen trafen sich die Herren natürlich nicht.

Die Dreikaiserschlacht wird sie auch genannt, die Schlacht bei Austerlitz.

Kaiser Franz von Österreich (damals noch Franz II des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation), Zar Alexander I. von Russland und Napoleon Bonaparte standen sich dort beinahe auf dem Schlachtfeld gegenüber. Franz hielt sich allerdings vornehm im Hintergrund und nahm an der Schlacht nicht aktiv teil. Das überließ er seinen beiden Amtskollegen.

Es waren die ersten Dezembertage 1805. Im Frühjahr hatte sich die dritte Koalition gebildet, zunächst aus Großbritannien und Russland, dann durch Beitritt Österreichs. Die wussten zwar, was sie wollten – Napoleon loswerden – waren sich aber etwas uneins über das wie, sodass Napoleon seinerseits ein kleines Planungsmissgeschick (Ist es nicht schön, wenn der eine nach dem julianischen Kalender marschiert und der andere nach dem gregorianischen?) nutzen konnte. Solange sich nämlich keine zwei der Verbündeten an einer Stelle befanden, war es deutlich wahrscheinlicher, siegreich kämpfen zu können.

Napoleon raste also einmal quer durch Bayern, gewann ein paar Schlachten, schwenkte einmal nach rechts, schnappte sich Wien und gab sich dann alle Mühe, die russischen Truppen in eine Schlacht zu verwickeln, bevor Preußen einfallen konnte, dass es doch auch mitspielen wollte.

Daher bot er den feindlichen Truppen – aktuell bestehend aus den Russen unter ihrem Zaren und den noch handlungsfähigen Österreichern – in der Nähe der Stadt Brünn einen kleineren Teil seiner Truppen als Köder an.

Der Plan ging auf, die Alliierten bissen – oder griffen – an.

Das eigentliche Schlachtgeschehen spielte sich am 2. Dezember ab. Es war kalt, aber nicht eisig – warm genug, um es immer mal wieder regnen zu lassen.

Die Alliierten hatten einen netten Plan, der nur schon deswegen nicht aufgehen konnte, weil sie nur knapp 20 000 Franzosen sahen. Die tatsächliche Truppenstärke lag nicht weit unter 75 000.

Die anfänglichen Erfolge der Alliierten ließen Napoleon kalt. Wie lange, soll er einen seiner Generäle gefragt haben, dauert es, diese Anhöhe zu besetzen? Es ging um den Pracký kopec, den Pratzeberg, auf dem sich heute ein Denkmal für die Schlacht befindet.
„Keine zwanzig Minuten“, soll die Antwort gewesen sein.
„Dann wart‘ mal noch ’ne Viertelstunde…“

Die Alliierten brachten sich durch ihre vermeintlichen Erfolge so geschickt in Stellung, dass sie durch die plötzlich auftauchende französische Verstärkung vollkommen überrumpelt wurden. Erst floh die Kavallerie, dann trat auch der Rest den Rückzug an. Erst geordnet, dann mit voller Kraft. Dabei entging ihnen zu guter Letzt auch noch, dass das Eis auf den zugefrorenen Teichen nicht trug…zumindest solange, bis es zu spät war.

Die Verluste der Alliierten waren enorm. Napoleons Truppen hatten nicht ein Zehntel der Toten auf Alliiertenseite zu beklagen, viele Kriegsgefangene und außerdem massenweise Beute gemacht. Die in der Schlacht bei Austerlitz erbeuteten Kanonen wurden eingeschmolzen und in die Vendôme-Säule in Paris gegossen, wo man sie heute noch sehen kann.

Napoleon nahm das Schloss Austerlitz als neues Hauptquartier in Besitz und verhandelte in den folgenden Tagen den Waffenstillstand mit Kaiser Franz.

Fürs Reenactment besonders interessant: Die Landschaft um das Schlachtfeld hat sich bis heute nur wenig verändert. Es ist eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen man wirklich „Original-Feeling“ bekommen kann.