Bedingt geeignet

Da war ich neulich in Bayreuth. Zusammen mit einer Freundin Pokémon jagen. Das machen wir öfter. Auf dem Heimweg kam der Gedanke auf, man könnte ja noch schnell einen Kaffee trinken gehen. Oder was essen. Oder beides.

Auf dem Weg aus dem Hofgarten in die Innenstadt kamen wir an einer Örtlichkeit vorbei, die interessant aussah. Ein Crêpe-Café. Kurzentschlossen sind wir rein.

 

Der Kaffee:

Selbstbedienung an der Maschine. Schritt-für-Schritt-Anweisungen an der Wand und im Display. Unterschiedliche Sorten, Zusammenstellungen, Größen, Stärken – finde ich an sich nicht schlecht.

 

Die Auswahl beim Essen:

Sowohl die Crêpes als auch andere Sachen, Nachspeisen, etc., sind gut gemischt, viele Zutaten zur Auswahl. Süß und herzhaft gleichermaßen vertreten. Neben Crêpe und Süßspeisen stehen asiatische Gerichte auf dem Menü.

Abändern der vorgegebenen Gerichte ist kein Problem („Die Nr. X, aber ohne das eine und dafür mit dem Anderen“).

Was ich nicht verstehe ist, wie auf professionell gedruckten Menüs, Aushängen usw. so viele Rechtschreibfehler sein können. Das muss doch irgendwann mal irgendwer korrekturgelesen haben? Der „Scharfkäse“ führte zu reger Erheiterung.

 

Eilig sollte man es zumindest bei der Dame, die bei uns hinter der Theke stand, nicht haben. Sie war extrem höflich und freundlich, aber auch extrem langsam. Jede Zutat wurde einzeln aus einem anderen Raum geholt. Mehrmals wurde wegen den Änderungen nochmal gefragt, was aber auch dazu führte, dass alles richtig ausgeführt wurde.

 

Das Preis/Leistungsverhältnis ist so ziemlich einmalig. Die Zubereitung ist extrem lecker und die Portionen sind sehr groß. Ich brauchte an dem Tag nichts anderes mehr. Ein Snack für Zwischendrin wie der Crêpe auf dem Volksfest ist das nicht.

 

Die Beleuchtung ist gut. Sitzplätze gibt es nur wenige, mit kleinen Tischen entlang einer Bank an der Wand. Abstände zum jeweils nächsten Tisch sind gut.

 

 

So, und warum war ich nun nur bedingt glücklich damit? Abgesehen natürlich von den Rechtschreibfehlern?

 

Wir setzten uns an einen Tisch, ich wie üblich, Rücken zur Wand, Abschirmen von hinten. Hilft nichts, wenn plötzlich die Kühltheke anfängt, lautstark zu rödeln. Rechts daneben blinkt eine Lichterkette, die um eine Schild gelegt ist. Der Sinn derselben erschließt sich mir nicht, passt auch nicht wirklich ins Ambiente, aber gut… Hauptsache, ich ein blinkendes Ding im Blickfeld, das mich ständig ablenkt.

 

Die mir gegenübersitzende Freundin zu meiner Beschwerde über das Geräusch übrigens: „Och, das blende ich aus. Jetzt, wo du es gesagt hast, hör ich es auch.“ Glaube ich ihr sogar. Für mich hatte es aber eine Lautstärke, die schon etwas beim unterhalten gestört hat.

 

Das Ding schaltet sich im Lauf der Mahlzeit noch aus und wieder ein, lief geschätzt während ca. ¾ der Zeit. Das wäre mir für eine Wiederholung definitiv zu viel. Künftig nur noch zum mitnehmen.

 

 

 

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NTs sind komisch…

Ich bin mit einer Freundin (NT) essen. Asiatisches Restaurant mit Buffet. Essen hervorragend.

Sie: „Da bei den Nachspeisen gibt es auch einen Kuchen, der so ähnlich ist, wie Tiramisu.“

Ich: „Im Tiramisu ist meistens Alkohol, ich muss noch fahren. Außerdem ist das, was ich am Tiramisu mag, der Kaffee, und das sieht nicht aus, als wäre davon viel drin.“

Sie: „Es schmeckt eher nach Kaffee als nach Alkohol.“

*

Nach dem Essen, sie: „Ich hol mir jetzt was von dem Kuchen. Soll ich dir noch eine zweite Gabel mitbringen damit du es probieren kannst?“

Wir machen das. Ich probiere es. Fazit: Okay. Schmeckt okay, aber mir zu süß. Und: Mir fehlt der Kaffee.

Sie: „Also, ich schmecke den Kaffee recht intensiv. Ich mag aber auch keinen Kaffee.“

Zu ihrer Erheiterung entgleisen mir etwas die Gesichtszüge – laut ihrer Aussage war sozusagen das „Fragezeichen“ über meinem Kopf zu sehen.

Meine Reaktion in Worte gefasst: „Warum *isst* du es dann?!“

Also… offenbar ist Kaffee, den man nicht mag, in Kombination mit der Süße und genau wenig genug Kaffee doch gut, sofern man am Ende noch was hinterhertrinkt, um den Nachgeschmack zu ertränken.

Ich bleibe doch irgendwie bei dem Schluss: NTs sind komisch.

 

 

Fahren neun Autisten und neun Nichtautisten zusammen in Urlaub…

Da war sie nun wieder … unsere jährliche Reise mit einer Gruppe AS/nicht-AS-Mischpaaren (wir haben uns darauf geeinigt, nicht „NT“ zu sagen), zum Theaterspielen und Spaßhaben. Thema wie letztes Jahr bereits: Game of Thrones.

Aus planungstechnischen Gründen ergab es sich so, dass mein Mann und ich getrennt anreisten – ich aus Bayern, er aus Belgien.

Am Flughafen sorgte dann die Security für den ersten Lacher – ich bin ja nun bekannterweise begeistert von den Shadowhunters, und hatte zum Geburtstag ein kuscheliges Hoodie mit der Aufschrift „University of Idris“ bekommen – das ich tatsächlich trage, denn offenbar funktioniert das Prinzip heute noch genauso gut wie vor 30 Jahren…

Ich habe einen Mehrzweckstift, der mir in der Sicherheitskontrolle schon mehrfach zu Diskussionen geführt hat, weil er versteckte Werkzeuge enthält. Ich nehme ihn daher vor der Kontrolle aus der Tasche und gebe ihn separat ab, mit der Anmerkung, dass es sich dabei eben um ein Mehrzweckgerät handelt, und nicht nur um einen Stift, und dass er deswegen in der Kontrolle auffallen wird. Bei Bedarf mache ich ihn dann auch auf. Hier, Kommentar der Dame in der Kontrolle mit Blick auf mein Hoodie: „Netter Glamour auf Ihrer Stele.“

Also mit einem kleinen Grinsen weiter, mir dann ein ruhiges Eckchen in der Lounge gesucht und noch ein bisschen gearbeitet, bis der Flieger endlich da war… denn der ließ sich etwas Zeit.

Im ausgebuchten Flugzeug war ich dann umso froher, dass ich Business fliege, wo ich auch so Platz für mich und meine Ruhe habe…

Durch die Verspätung des Flugzeugs war ich dann mal wieder die letzte, die in London ankam – das scheint so ein ungeschriebenes Gesetz zu sein, wenn wir getrennt fliegen, egal, wann die Flüge eigentlich gehen…

Ein Abend nett mit unseren Londoner Freunden, und am nächsten Morgen dann ab zum Veranstaltungsort – dem ehemaligen Kloster, in dem wir letztes Jahr schon waren.

Nach einem kleinen Hänger an der Raststätte – Großbritannien tauscht immer mal wieder die Geldscheine aus, und die alten werden dann tatsächlich nicht mehr angenommen. Da wir im letzten Jahr nur einmal aus anderen Gründen als für Auktionen „drüben“ waren, habe ich seit März ’17 nicht mehr anders als mit Kreditkarte bezahlt, und es kam erst mal zu einer etwas anstrengenden Situation mit der Subway’s-Verkäuferin als die mir erklärte, dass unsere 5-Pfund-Scheine nicht mehr gelten… naja, die 10-Pfund-Scheine nahm sie zum Glück.

Pünktlich kamen wir dann an. Der Ankunftsabend war dieses Mal absichtlich locker organisiert, weil einige erst später anreisen konnten.

Was mir in dieser Gruppe immer wieder gefällt, ist die zügige und funktionierende Organisation. Beispiel Lebensmittellieferung: Wer frische Luft will, geht raus um die Taschen ins Haus zu tragen, wer helfen will aber entweder nicht vor die Tür oder keine Schuhe anziehen möchte, trägt das Zeug die Treppen rauf oder räumt die Kühlschränke ein (einer mit Gemeinschaftsware, einer mit bestellten Sachen, die mit Name versehen sind), und wer nicht mithilft, bleibt aus dem Weg und stört nicht.

In dieser Art läuft dann auch das komplette Wochenende.

Zum Abendessen waren dann schon fast alle anwesend, und der Rest kam dann auch zeitnah – wenn auch mit leichten GPS-Problemen (Zitat: „Der Parkplatz hat sich als Schwimmbad getarnt!“)

Nach kurzer Koordination zu den seltsamen Platzierungen mancher Schaltelemente im Haus („Das hier ist unser Schlafzimmer. Manchmal gehen wir vor anderen Leuten ins Bett. Das hier ist der Lichtschalter für unser Schlafzimmer. Der sieht aus, als wäre er der Lichtschalter fürs Klo. Wenn ihr da drauf drückt, geht das Licht in unserem Schlafzimmer an und aus. Das im Klo nicht. Das im Heizungsraum auch nicht. Um 18 Uhr ist das noch witzig, aber um zwei Uhr nachts nervt es.“) wurden dann die Manuskripte und Rollenpläne für die Theaterrunden verteilt („Here’s some paper with all your parts on it“- „What, an anatomy text book?“ – leider nicht gut übersetzbar)

Der Abend ging dann in allgemeines Zusammensitzen mit Einzelaktivitäten über: Die einen lernten ihren Text, einer lernte lieber Finnisch, einige zogen Handarbeiten raus, der Anwalt bereitete seinen nächsten Fall vor, ich war am Übersetzen, einer beschloss, den Wein zu sortieren, etc.

Unterbrochen wurde das Ganze dann nur von gelegentlichen Kommentaren (A: *liest Zeile aus dem Script vor* – B: „Willst du das mit dem Akzent spielen?“ A: „Nö. Ist dein Text.“ Oder beim Text markieren: A: „Ich find‘ meinen Textmarker nicht.“ B: „Macht nichts, wir haben kommunistische Textmarker.“)

Im Lauf des Abends kamen wir auf den Gedanken, die Requisiten schon mal auszupacken; Da saß dann der Plüschbär mit geladener Armbrust auf dem Tisch (Stichwort: „The right to arm bears“), bis sich eine halbe Stunde später der Schuss löste, und beschlossen wurde, Bären seien gefährliche Tiere. Allgemein sind wir mit den Requisiten relativ flexibel… („Ich hab‘ ’ne Ente dabei, falls keiner einen Raben mitbringt.“)

An dem Abend waren dann alle gegen Mitternacht im Bett, Anreise und Aufbau strengen doch etwas an…

Freitagmorgen begann damit, dass die Sportfans zusammen Laufen und/oder Schwimmen gingen, während der Rest in Ruhe nach persönlichem Vorzug die Zeit zum Frühstücken nutzte oder noch ein bisschen im Bett blieb.

Die erste Theatersession des Tags begann mit der Suche nach einer noch fehlenden Requisite: einem Kissenbezug. („Wenn wir einen rosa Bezug und einen gelben Bezug übrig haben, wollen wir den rosafarbenen, oder?“ – „Klar, wenn wir albern sind, können wir auch gleich lächerlich werden.“ – „Was machen wir damit?“ – „Ich ziehe ihn mir über den Kopf. Oder genauer gesagt: jemand anders stülpt ihn mir über den Kopf.“ – „Und das wird mit Sicherheit dazu führen, dass er seinen Text besonders gut lesen kann…“ Ja doch… Ironie beherrschen wir.)

Auch ein Satz, den es vermutlich nur bei Versammlungen mit 50% Autistenanteil gibt: „Du isst ja Frühstücksessen zu Mittag! Hast du das auch ins Formular eingetragen?“ (Das Formular, mit dem wir vor dem Retreat angegeben haben, was wir an Lebensmitteln usw. wollten/brauchten)

Abends fanden wir dann raus, dass die Sauna nicht funktionieren wollte. Normalerweise wirft man Münzen ein und sie heizt auf. Auf der Suche nach dem Fehler trafen wir auf einen Schalter… Testweise gedrückt, und es ging. Dann stellte sich raus, wir hatten den Überbrückungsschalter für das Münzgerät gefunden. Naja, geht auch. Geht sogar noch besser.

Musikalischer Abend war auch nicht schlecht… Wir hatten mehrere Flöten, eine Gitarre, ein Cello, einen Profisänger und diverse semiprofessionelle und Amateursänger dabei. Auch einen Pianisten, aber leider kein Piano.

Unbeschadet kleinerer Probleme bei der Textfindung („Kann ich dein Liederbuch haben?“ – „Wo ist dein eigenes?“ – „Hab ich M. geliehen.“) und zweifelhafter Komplimente („Du singst echt toll, aber noch schöner wäre es, wenn du am Anfang auch mal den richtigen Ton treffen würdest.“) sowie nur bedingt hilfreicher Anweisungen an die Gitarre („Ich hab‘ keine Akkorde“ – „Spiel F-Dur, das geht schon.“) war das ganze eigentlich ganz nett und auch gut anzuhören. Aufnahmen gibt es, werde ich aber nicht hochladen.

Etwa in dieser Art ging es dann das Wochenende über weiter. Da zwischenzeitlich der Wein ausging, kippte „Joffrey“ bei seiner Hochzeit „Tyrion“ dann statt eines Krugs Wein eine Flasche Bier über den Kopf (merke: Bier ist deutlich klebriger als Wein.)

Aussage in ähnlichem Zusammenhang: „Ich werde dir kein Glas Wasser über den Kopf kippen. Ich drehe das Glas nur um. Was das Wasser macht, geht mich nichts an.“

Nächstes Mal sollten wir wohl versuchen, die Anweisungen für Duelle immer auf EINER Seite der Scripte stehe zu haben – um Unterbrechungen der Art „Stopp! Stopp! Ich muss umblättern damit ich weiß, wann ich sterbe!“ zu verringern.

Der Samstag lief dann im Grund wie der Freitag, zwischenrein mit faszinierenden Gesprächen zu Themen wie echten Psychopathen in Film, Fernsehen und Literatur (nicht im Krimi-Sinn, sondern im psychiatrischen), einer improvisierten interaktiven Verbrechensaufklärung (weil wir plötzlich Lust auf Krimi hatten), mehr Theater, Spekulationen, wie es in Game of Thrones weitergehen wird, und der Frage, wann wir als Gruppe den Gipfel der Albernheit erreicht haben würden (A. „Etwa morgen um diese Zeit.“ – B: „In 20 Minuten oder so.“ – C: „Das sind jetzt aber arg unterschiedliche Zeiträume.“ B: „Ich wollte ja auch, dass du fragst, wann die Sauna warm ist.“)

Der Sonntag stand dann zuerst im Zeichen der Frage, ob genug Halloumi da ist („Wir machen das ganz einfach: Wir schneiden den Halloumi in der Mitte durch, und der, der zuerst sagt, nein, nein, der andere kann den Halloumi haben, ist die echte Mutter des Halloumi!“); Vormittags hatten wir keine geplanten Aktivitäten, damit alle, die in die Kirche wollten, in die Kirche gehen konnten, sodass ich nochmal gut Arbeit unterbringen konnte.

Nach dem großen Sonntagsbrunch waren zwei Autisten zum Aufräumen eingeteilt, und hatten damit die einmalige Gelegenheit, zu beweisen, dass die Organisation so hervorragend klappt (nach fünfzehn Minuten Arbeit schaute jemand in die fast saubere Küche und meinte ehrfürchtig: „Wow. Das sieht hier ja erstaunlich unter Kontrolle aus!“) – auch, wenn immer mal wieder jemand vorbei kommt und noch mehr Geschirr abliefert („Kann ich die Tasse irgendwo hinstellen, wo sie nur gering bis mäßig stört?“)

Das Gottesurteil Oberyn Martell/Gregor Clegane verlangte dann auch nochmal etwas Organisation („Warum nimmst du die Bogensehne ab?“ – „Ich nehme den Bogen als Speer, wir haben nichts Speerähnlicheres…“ – „Kein Wunder, dass du den Kampf verlierst.“) und strategische Entscheidungen („Ich tausche schnell meine Brille gegen Kontaktlinsen, weil du mir sonst die Augen nicht ausstechen kannst.“ – nein, es gab KEINE Verletzten!)

Dann war da noch… das periodische Klingeln einer Gabel am Glas („Versuchst du gerade, eine Rede anzukündigen, oder klimperst du nur?“ –“Ich klimpere bloß. Ich hab‘ zufällig was gefunden, das ein schönes Geräusch macht.“)

Nachdem Person A versucht hat, meinem Mann etwas Flötespielen beizubringen: „Habt ihr gerade versucht, rauszufinden, in welchem Tempo man Mairie’s Wedding spielt?“ – „Nö, das ist ein bisschen schneller als das, was wir gespielt haben. “ – „Wenn du sagst ‚ein bisschen schneller‘ meinst du ’sehr viel schneller‘, oder?“

Die im Zusammenhang vollkommen sinnvolle Aussage: „Du musst ein weiteres T-Shirt anziehen, weil wir dir ein Pferd hinten reinstecken müssen.“

„Ich fand’s etwas überraschend, dass eine Ente einen Raben spielt.“ – „Die Ente war eine Krähe.“ – „Ah, das ist was anderes.“

Plötzlich abgängige Requisiten und Körperteile („Okay, wir suchen also: ein von S. gewebtes Lesezeichen, einen roten Beutel mit Pfundmünzen und eine abgeschlagene Hand.“)

Entscheidungsfindungsprobleme der Art: „Ich habe keine Ahnung, mit welchem Akzent ich das spielen soll. Ich meine, er soll schlau und verschlagen klingen, aber wo liegt das bitte geographisch?“

„Wenn wir ‚Helm‘ sagen, meinen wir doch ‚Eimer‘?“

„Haben wir ’ne Axt?“ – „Ja, da drüben…warte…hast du Axt oder Arsch gesagt?“

„Meine Liebe, wir sind seit neun Jahren verheiratet. Du wirst dich eventuell daran erinnern, dass ich damals deinen Namen angenommen habe. Kannst du bitte aufhören, in Emails meinen alten Namen zu benutzen?“

„Primzahlen sind ekelhaft.“

Zum Spruch des Wochenendes gekürt wurde dann die todernste Aussage eines Teilnehmers: „Ich war ein ziemlich komisches Kind.“ (Angesichts der Gesellschaft … sorgte das für extreme Erheiterung)

Nächstes Jahr wieder, dann aber mit mehr Runden Organ Attack, das Spiel ist cool.

Ich hab’s möglicherweise schon mal gesagt… im Gesungenen geht mir nichts über die russische Sprache… Sooo schön der Klang.

Viel Musik höre ich ja nicht, aber hier mal eine kleine Auswahl, was bei mir aktuell läuft.

Weihnachtsgeschenke

Ich weiß gar nicht, was ich heuer als mein liebstes „Weihnachtsgeschenk“ zählen soll.

Die selbstgestrickten Socken von ‚Tao‘, die ich zwar noch nicht erhalten habe, aber bereits von Fotos kenne, sind da ein ganz heißer Kandidat.

Oder das Geschenk von meinem Mann, aus logistischen Gründen vorzeitig überreicht (normalerweise schenken wir beide erst zu Neujahr): Konzertkarten für einen Auftritt des einzigen Menschen dem meine echte, vollumfängliche und aus tiefem Herzen kommende Bewunderung gilt, und das schon seit ca. 20 Jahren. Dem ich soooo gerne mal begegnet wäre, was sich nie ergeben hat. Aftershow-Dinnerkarten liegen auch noch bei.

Oder etwa das komplett ungeplante „Geschenk“… War ich doch mit oben erwähnter ‚Tao‘ in der Großen Stadt einkaufen, als mir ihre Aufmerksamkeit etwas „beschert“ hat, das ich so gar nicht erwartet hätte:

Bleistifte.

Bleistifte, die sich von meiner inzwischen doch eher sehr unkooperativen  Hand halten lassen.

Nicht ewig lange. Die Hand wird schnell müde.

Aber.

Nach ca. zehn Jahren „Abstinenz“.

Ist es einfach nur cool, wieder was ordentliches aufs Papier zu bringen.

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Darf ich vorstellen? Eine meiner Lieblingskünstlerinnen.

From a series of paintings embodying the four elements as human(ish) characters: Fire, the Spirit of Revenge. Acrylics, gesso, and liquid gold on paper; size A3 (30×42 cms or 12×17 inches.) Created for Perna Studios (to be printed as a basecard) for their trading card set ‚Elementals‘. Prints and shiny things available here. (Gallery of […]

über Elemental of Fire & Revenge — Bohemian Weasel

Die Wand für JanJan

Bitteschön, wie bestellt: Eine hochaufgelöste Wand.

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Und falls sich irgendwer fragte, was das für ein  komisches Bullauge rechts hinten ist…  Das ist ein Mo-hond, gebastelt aus Milchglas und Leuchtstoffröhren, weil Gimmicks Spaß machen!20170923_233908

Und bevor hier falsche Eindrücke aufkommen: Wir spielen weder Gitarre noch Harfe, beides ist reine Deko. Das Schwert auf der Heizung allerdings nicht.

Retail Therapy?

Weil man nicht immer nur Bücher und DVDs kaufen kann, sondern auch einen Platz braucht, sie unterzubringen…. haben wir uns sehr ausführlich auf die Suche nach Regalen gemacht, die man im Wohnzimmer irgendwie stapeln kann.

Jetzt haben wir mal zumindest einen ordentlichen Anteil der Fantasy-Hardcovers sauber aufgestellt.

Wer die logische Verbindung zwischen den DVDs in dem Regal erkennt, ist gut! (High Chaparral, V und Captain Balu stehen da allerdings nur, weil ich sie in der Nähe des Fernsehers wollte und gehören nicht zum restlichen Thema.

Und gut… Bücherregale kaufen, ohne auch neue Bücher anzuschaffen, geht natürlich auch nicht.

bücher

Wir sind keine Muggel

Man sagt uns ja gerne mal fehlende Fantasie nach… Darüber kann man sich in meiner Familie nicht beklagen. Wir waren schon immer gut drin, „in“ Büchern und Filmen zu „leben“, und praktizieren das mit Hingabe – und zwar die NTs und die Autisten gleichermaßen.

Die sogenannte „vierte Wand“?  Ist bei uns vornehmlich dazu da, durchbrochen zu werden. Einen Roman zu lesen, einen Film zu schauen, ohne irgendwie mit dem Inhalt zu „interagieren“… dafür fehlt uns irgendwie häufig der Ernst.

 

Irgendwie musste ich heute dran denken, wie der letzte Harry-Potter-Film im Kino lief. Das war, glaube ich, das letzte Mal, dass ich ein Kino betreten habe. Wir hatten Tickets für die ganze Familie. Vorpremiere.

Wir traten familienintern zu sechst an: Meine Mutter, drei erwachsene Töchter und zwei Söhne im Teenageralter; dann noch dazu noch etliche Freunde und Bekannte. Alles in Allem hatten wir zwei komplette Reihen gebucht.

Am Vorabend liefen ich weiß nicht mehr wie viele Filme am Stück, und direkt nach Mitternacht der letzte Teil. Bei Teil 7/1, dem letzten vor Mitternacht, habe ich dann schon nicht mehr wahnsinnig viel vom Film mitbekommen… außer, dass der Film-Scabior optisch voll in mein Beuteschema passte. Ich hangelte mich also von einer Szene zur nächsten, ließ den Rest so auf mich einrieseln… und meinte im Abspann zu den neben mir Sitzenden in etwa, es würde mir jetzt reichen, wenn ich Film-Scabior aus der Leinwand ziehen könnte, den letzten Teil müsste ich anderweitig gar nicht anschauen.

Kommentar meiner Mutter: „Das willst du nicht, der ist doch dumm wie zehn Meter Feldweg.“

Ich: „Also, ich wollte mich eigentlich nicht mit ihm unterhalten…“

Staubtrockener Kommentar einer Freundin in todernstem Tonfall: „Johanna, du sollst keine Todesser aus dem Film ziehen. Das ist erstens gefährlich fürs Publikum und stört zweitens massiv die Handlung.“

Dem schlagenden Argument konnte ich mich dann nicht verwehren. Scabior blieb im Film 😉

 

Zwei Tage später, Essen bei meinen Eltern. Mein Bruder kommt kopfschüttelnd zu mir.

„Du hast dich doch im Kino fürs Popcorn on Slytherin-Schalter angestellt. Das geht nicht. Muggelgeborene können nicht in Slytherin sein.“

Ich überlege gerade noch, was ich darauf sage, da kommt meine Mutter um die Ecke, nimmt meinen Bruder an der Schulter und drückt ihn auf einen Stuhl, stellt sich vor ihn und sagt, im Ton einer unendlich wichtigen Ankündigung: „Kind… ich muss dir was sagen.“

Totenstille im Raum.

Meine Mutter holt einmal tief Luft, dann: “ Eigentlich solltest du das nicht SO erfahren… Wir sind keine Muggel: Du bist ein Squib.“