Montagvormittag brachte ich als erstes Mal den neuen Welli zum Tierarzt. Geringen Milbenbefall „kann ich selbst“, aber wenn mal die Beine mit betroffen sind, ist mir das zu riskant, da muss jemand drüber schauen, der das studiert hat…

Wir kommen also ins Behandlungszimmer; heute haben wir eine der beiden Tierärztinnen (es ist eine Gemeinschaftspraxis von drei Personen).

Sie schaut in den Transportkäfig und fragt mich, was denn mit ihm los sei.

Ich: „Milben.“

Sie schaut mich, wie ich interpretiere, etwas kritisch-genervt-auffordernd an. Ich lege das so aus, dass sie meint, ich sollte mir etwas mehr als zwei Silben abringen. Also hole ich tief Luft.

„Ich sehe Grabgänge am Schnabel und an den Ständern.“ Bevor sie noch was sagen kann, schiebe ich hinterher: „Und ich hatte ein ziemlich anstrengendes Wochenende und bin heute nicht wahnsinnig gesprächig.“

Sie, etwas lachend: „Ich sehe bisher nicht mal den Schnabel…“

Das war dann so in etwa der Moment, in dem mir endlich auf der „aktiven“ ebene bewusst wurde, dass sie gerade schon zweimal um den Käfig herumgegangen war, und der Welli sich dort drin durchgängig mitgedreht hatte – so, dass sie immer nur auf seinen Schwanz schauen konnte.

Fazit: Wenn Leute komisch schauen, liegt es nicht immer an mir – manchmal ist einfach nur der Vogel gerade ein A***.

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27 Gedanken zu “Wellensittichkreisel

    1. Normal nicht, aber nicht ungewöhnlich. Normalerweise nutzt sich der Schnabel selbst ab, weil sich der obere und der untere Teil aneinander reiben. Es gibt aber Fehlstellungen, sozusagen ein Über- oder Unterbiss, bei denen das nicht funktioniert. In freier Wildbahn würden diese Tiere nicht ins Erwachsenenalter überleben, in Gefangenschaft halten wir halt das Horn „künstlich“ kurz. Dann gibt es Deformationen, die durch Mangelernährung der Henne vor der Eiablage oder Mangelernährung der Küken entstehen, also Schäden direkt an der Hornbildung, das sieht man vor allem bei „Hobbyzüchtern“ die nicht wissen, was sie machen, und bei Vogelvermehrern, die versuchen, möglichst schnell möglichst viele Küken produkzieren zu lassen. Und dann halt noch „normale“ Krankheiten, die das Horn wuchern lassen können – oder in Reaktion auf eine Verletzung.
      Da die Schnabelspitze totes Horn ist, ist das wie Fingernägelschneiden beim Kleinkind… wäre viel weniger dramatisch, wenn man dem „Opfer“ begreiflich machen könnte, dass ihm dabei nichts passiert. 😉

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      1. Dankeschön für die Erklärung, hatte ich noch nie gehört. Die Frau erzählte nur, sie habe zwei Vögel, der eine völlig normal, den zweiten muss sie zum zweiten Mal in zwei Jahren schneiden lassen, warum weiß ich auch nicht.

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      2. Das hatte ich bei einem Wellensittich auch schon.
        Wir müssen aktuell nur (leider immer noch) beim Herrn Papagei einige Krallen regelmäßig nachschneiden.

        *Gähn* ich sollte ins Bett… Heute erst von BY rübergefahren und dann noch nach Antwerpen weiter. Ich könnte grad auf der Stelle einschlafen. Aber wenn ich jetzt ins Bett gehe bin ich um 6 Uhr hellwach… das is zu früh.

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      3. Oh Krallen schneiden bin ich ja Vollprofi, bei so vielen Pfötchen.
        Gab es in Antwerpen was bestimmtes?
        Wenn du müde bist solltest du das nutzen, Mann schubse ich auch immer ins Bett, wenn die Augen zufallen.

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      4. Ich schlafe aber grundsätzlich nur 6 Stunden, länger kann ich nicht… ich mag nicht so früh wach sein.
        Dann kann ich Simon ja vorbeibringen zur Fußpflege 😉 Womit macht man das beim Hund? Für Vögel gibt das Krallenzangen, aber die geben beim Papagei schon fast auf…

        Autorenlesung war, schon wieder eine Frau… war aber auch gut zuzuhören. Trotzdem werde ich mir das neue Buch wohl nicht kaufen, mir hätte es besser gefallen, sie hätte an der angefangenen Serie weitergeschrieben.

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      5. Für Hunde gibt es auch spezielle Krallenscheren, das geht recht gut. Blöde nur, wenn die Krallen schwarz sind und ich die Blutgefäße nicht sehe.

        Worum ging es denn in dem Buch?

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      6. Genau das Problem habe ich mit Simon, ich kann da auch nicht sehen, wo die Blutgefäße sind.

        Das Buch ist ein Thriller von der Sorte „Nach dreißig Jahren wird die Hauptfigur von ihrer Vergangenheit eingeholt.“ Vermutlich ist das Buch nicht schlecht, aber halt nicht das, was ich von ihr gerade lesen möchte. Aber sie ist an sich auf jedenfall die Zeit wert, sehr schön zuzuhören, sehr witzig mit dem, was sie erzählt, und es ist recht amüsant, wenn sie sich auf Niederländisch versucht.
        Speziell ging es um das Buch in dieser Fassung:

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      7. Nee, aktuell lese ich das Buch gar nicht. Ich mag lieber wieder was von ihrer längeren Serie lesen. Ich lese es also sozusagen aus Protest nicht, weil sie „das falsche“ geschrieben hat 😉
        Irgendwann, wenn mir mal danach ist, lese ich es dann in der Fassung, die ich dann gerade am schnellsten in die Hand bekomme, so, wie ich mich kenne.

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    2. Ach so… Ergebnis sehe ich bisher wenig, aber hätte ich jetzt so auch noch nicht erwartet. Der Vogel ist aber schön munter und aktiv, er scheint sich nicht besonders schlecht zu fühlen (Bei demstärkeren Milbenmittel ist immer ein Risiko dabei, dass man den Vogel mit vergiftet, drum mache ich das auch nicht selbst…
      )

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      1. Die Wellis bringen sie auch aus dem Nest mit. Erwachsene stecken sich so gut wie nie neu an. Ausnahmen sind Tiere mit arg geschwächstem Immunsystem und eben die Situation, in der ein Vogel gerade behandelt wird. Da kann es dann zu der Situation kommen, dass die Milbenlast an den Ästen, an denen er sich kratzt kurzfristig so hoch wird, dass sich andere Wellis auch welche „einfangen“. Aber neue Wellis geben bei uns eh erst mal ein paar Wochen in Quarantäne für alle Fälle, also insofern macht das gerade keinen Unterschied

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    1. Es sind halt Minipapageien… aber schlau wäre ja eher gewesen, sich brav anschauen zu lassen..
      Aktuell ist er gerade ziemlich fasziniert davon, dass er Antwort bekommt, wenn er ruft. Wahrscheinlich seit Jahren das erste mal, dass er Wellensittiche hört.

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      1. Aktuell mit dem Neuen acht Wellensittiche, zwei Zebrafinken und die zwei „Großen“.
        Die Zahlen schwanken immer etwas, da wir *eigentlich* nur „Härtefälle“ nehmen, die anderweitig nicht vermittelbar sind, und da halt oft welche dabei sind, die mit sehr geringer Lebenserwartung kommen. Manche überraschen einen dann und werden trotzdem steinalt.

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      2. Das find ich super! Also dass ihr die nehmt, die sonst keiner will… aber wie macht ihr das wenn ihr zwischen den Ländern pendelt? 🤔 die werden ja sicherlich nicht immer mit kommen (auch wenn mich die Vorstellung grad sehr amüsiert)

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      3. Die Papageien nehmen wir üblicherweise mit, und Wellington Wellensittich, der arg an uns hängt (mehr als an den anderen Wellis) auch. Er ist taub und findet den Schwarm wohl etwas stressig.
        Für die anderen ist unser Aufbau die längste Zeit relativ selbstlaufend. Wenn du den Wellensittiche-Tag anklickst oder oben übers Menü gehst, findest du irgendwo einen Artikel zu meiner Lösung für die Wasserversorgung für die Kleinen: Da ist ein großer Zimmerbrunnen, der direkt mit der Hauswasserleitung verbunden ist und mit Taste oder Zeitschaltuhr abumpt und neu füllt.
        Die Beleuchtung im Wellizimmer läuft auch über Timer. Zum Füttern kommt meine Mutter vorbei, und die meldet dann auch, wenn irgendwas nicht in Ordnung ist, und wir was unternehmen müssen bzw. lässt bei Bedarf den TA rein.
        Als ich die Pendelei angefangen habe, dachte ich ja eigentlich, ich lasse die Wellis „auslaufen“ (also keine neuen mehr), um meiner Mutter eben diese ständige Extraarbeit zu ersparen – aber dann brachte sie selbst welche an, da dachte ich mir, na gut… dann kann es sie nicht stören…

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      4. Du, ich denk da in dem Fall nicht weiter drüber nach. Ich habe „Rettungswellis“, seit ich 9 oder 10 Jahre alt war (damals natürlich noch unter elterlicher Aufsicht), und ausgefallene Tiergehege bauen war bei uns auch immer so eine Art Familienhobby. Meine Mutter hatte mal ein komplettes Kaninchenzimmer, und einer meiner Brüder eine komplette Wand in seinem Zimmer in einen Mausekäfig verwandelt (also vor der Wand natürlich, nicht in der Wand).

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      5. Ich find sowas trotzdem beeindruckend auch wenns für dich normal ist. Meine Katzen sind in der Regel auch rescue Katzen. Meine Schwester ist Mitglied im Wildtier bla dings Verein gedöns… für uns ist es auch irgendwie normal. Aber trotzdem nicht selbstverständlich, falls du weißt wie ich meine.

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      6. Diese Vereine finde ich leider ganz schrecklich, ich hoffe, die Erfahrungen deiner Schwester damit sind besser. Wir bekommen unsere Gäste meistens direkt über den TA.
        Wir hatten auch schon mal eine Fledermaus als Wintergast.

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      7. Fledis sind süüüüss!!!! Ja ich hab das Gefühl meine Schwester hat da nen ganz guten Verein…. sie hatte schon alles mögliche zu Gast. Jedes Jahr nimmt sie Igel auf von der igelstation…. und überwintert sie. Ich find sowas super.

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      8. Ich finde, diese Vereine stehen und fallen mit den zuständigen Personen.
        Das Fledermäuschen hatte sich bei mir ihn die Wohnung geschlichen und hing an der Tür zum Wachraum (also am Griff), war zu klein um es wieder rauszujagen in den Winter… da usnere örtlche Fledermausaufnahme schon überfüllt war, wurde ich da gefragt, ob ich denn bereit wäre, das Tierchen über den Winter zu behalten. Das könnte ich jetzt aber mit der Pendelei nicht mehr machen.

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