„Schau mal“, sagt sie. „Hier. Die Seite sagt zwar die sind schon verkauft, aber vielleicht kannst du rausfinden wo sie sind. Die wären doch was für dich.“

Sie zeigt mir diese Website.

„Die hab ich.“

„Jaaa“, sagt sie. „Warum überrascht mich das nicht?“ dann holt sie Luft. „Aber schau dir das Bild mal an. Die sehen doch so schön erhalten aus! Wie sind denn deine?“

„Das sind meine.“

„In dem Zustand?“

Will sie es nicht kapieren oder kann sie nicht?“ Ich besitze die beiden Figuren auf dem Foto. Dieselben.“

„Neeein.“ Schulmeisterlicher Tonfall. „Dieselben gibt’s nur einmal, du meinst die gleichen.“

Vor allen Dingen verdiene ich meine Brötchen damit, dass ich unter anderem den Unterschied zwischen denselben und den gleichen kenne. „Die. Sel. Ben.“

Pause.

„Du hast die von der Website gekauft?“

„Nein.“

„Woher willst du das dann wissen?“

Depp, denke ich mir. Ich kenne doch meine Figuren…

Aber wenn es denn so schwer ist… Hier sind meine Figuren…

Und hier die Schäden: Nelsons Strumpf mit abgeblätterter Farbe…

nelsonstrumpf

Und ein dunkler Fleck an Wellington’s Brust.

attyfleck

Beides ist an den Figuren auf der Seite zu sehen…

19th-century-pair-of-figures-of-admiral-lord-nelson-and-1st-duke-of-wellington

Und genau deswegen, übrigens, dokumentiert man in einer Sammlung alle Mängel, die ein Objekt hat, genau und mit Großaufnahmen. Kaum etwas ist individueller und hat größeren Wiedererkennungswert.

*

Nebenbei hatte ich den Wellington, schrecklich angestrichen und beschädigt, bereits ein Jahr vor dem Paar zu einem spottbilligen Preis bekommen (sonst hätte ich ihn in dem Zustand auch nicht genommen…)

attykaputt

Als der Restaurator, dem das Stück vorgestellt wurde, steif und fest behauptete, das sei der Originalanstrich, war für mich klar, dass dieser Auftrag nicht erteilt wird. Ich wusste damals zwar nicht, dass diese Figur tatsächlich im „richtigen“ Anstrich existiert (meine Vermutung wäre einfach Bronzefarben gewesen), aber welchem Gemälde die Skulptur nachempfunden war, wusste ich doch… auch wenn er in die „falsche“ Richtung blickt.

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10 Gedanken zu “Ich kenne doch meine Atties…

      1. Bisschen verregnet. Sehr positiv überrascht von dem einen Museum, in dem wir heute waren. Den Menschen im Museumshop stark amüsiert. Klosterinsel mit Museum ist auch bei Regen sehr interessant, und das Wetter verringert doch den Andrang etwas. Dann hat uns noch jemand einen Tipp für Ravenna gegeben, den wir morgen unbedingt ausprobieren müssen.

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      2. Ja, Ravenna ist eine Stadt, da fahren wir morgen hin. Auf der Klosterinsel verbrachte Byron, der ja mehr oder weniger das „Thema“ unserer Fahrt ist, sehr viel Zeit mit Studien und Arbeit.

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    1. „Atty“ war einer der zahlreichen Spitznamen des Herzog Wellington bei seinen Truppen (kurz für Arthur) und geht mir deutlich leichter von der Zunge als etwa „Nosey“ (in Anspielung auf sein etwas überproportionales Riechorgan). „Atty“ sage ich vorzugsweise wenn ich den Eisernen Herzog meine (in Abgrenzung von meinem Wellensittich Wellington und diversen anderen Dingen, die den gleichen Namen haben…Hauptstadt von Neuseeland und so), und in Erweiterung dessen bezeichne ich auch die Gegenstände aus meiner Sammlung – also alles über, mit oder von Arthur Wellesley, dem ersten Herzog Wellington, als meine „Atties“ (Einzahl eben auch „Atty“). In dem Fall also die Figur mit dem Schwert.

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