Catherine Sarah Dorothea Pakenham ist als Name doch etwas zu viel für eine kleine Wellensittichhenne. So nennen wir sie, wie die historische Catherine Pakenham, eben „Kitty“.

Wie viele andere unserer Wellis war Kitty eine „Unverkäufliche“.

Darüber, dass ihr eine Kralle fehlt, könnte man ja sicher hinwegsehen als Verkäufer. Allerdings ist sie auch fast blind. Entsprechend hatten wir etwas Bedenken, sie in den Schwarm zu setzen. Wie kommt ein Vogel, der kaum etwas sieht, in einem Raum klar, der doch viel größer ist, als ein Käfig?

Mit der historischen Kitty teilt sich diese hier nicht nur die schlechten Augen, sondern auch das sehr zaghafte und leicht panische Gemüt. Kein Wunder, sie sieht ja nicht so wirklich, was um sie herum passiert.

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Sie hatte wohl mit den beengten Verhältnissen beim „Züchter“/Vermehrer und Händler auch mehr Probleme. Als sie zu uns kam fehlte ihr, wie man hier in der bei Ankunft gemachten Aufnahme sehen kann, die lange Schwanzfeder. Wie unten zu sehen ist, wuchs der Schwanz seitdem sehr schön nach.
Die fehlende Kralle ist die innere an ihrem rechten Ständer. Der dunkelrote Schatten an der Wachshaut – das ist die farbige Haut über dem Schnabel, an der Nase – ist keine Krankheit oder „Beschädigung“, sondern das Anzeigen einer Henne in den Anfängen der Paarungsbereitschaft. Die dunkle Farbe breitet sich über die gesamte Wachshaut aus und geht dann wieder zurück, wenn die Henne nicht mehr paarungsbereit ist.

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Kitty heute

Im Wellizimmer geht es besser, als jemals erwartet. Es fiel bereits während der Quarantänezeit auf, dass sie durchaus sehen kann – aber nur in einem sehr hellen Umfeld. Tagsüber, bei voller Sonneneinstrahlung, fand sie sich sehr gut zurecht.

Da Wellensittiche aus Australien sind, und unsere Sonnenstrahlen eigentlich nicht stark genug sind, haben wir im Wellensittichzimmer neben den normalen LED-Lampen für uns Menschen auch Reptilienleuchtröhren installiert, die ihnen – per Zeitschaltuhr – einigermaßen Tag-und-Nachtgleiche und australische Lichtverhältnisse bescheren.

Kitty sieht zwar immer noch nicht viel, aber genug, um sich zu orientieren, und sogar immer mal wieder ein Stück zu fliegen. Ihr fester Partner ist „Juana“ – ein Welli, der sich erst nach der Namensgebung als Hahn herausstellte. Was soll’s, dem Vogel ist das ja egal.
Trotzdem ist sie recht tollpatschig unterwegs und hat öfter mal ungeplante Zusammenstöße. Entsprechend sieht sie auch meistens etwas gerupft aus, wie etwa aktuell mit der angebrochenen Schwanzfeder.

Kitty ist ein Wellensittich aus der sogenannten Blaureihe – also ohne gelbes Pigment – und trägt die Grauflügelmutation. Beim Grauflügel ist die Körperfarbe aufgehellt und die schwarze Zeichnung liegt in grau vor. Erstmalig gezüchtet wurde dieser Farbschlag Ende der 1920er Jahre in Österreich. Grauflügel kommen sowohl in der Blau- als auch in der Grünreihe vor.

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Drei ganz unterschiedlicher Vertreter der Blaureihe. Im Vergleich mit Wellington (Mitte) sieht man den Grauflügelfaktor bei Kitty sehr schön.

Die historische Kitty war übrigens Wellingtons Ehefrau.

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8 Gedanken zu “Kitty Wellensittich

    1. Wir lehnen Wellis eigentlich nur ab, wenn wir entweder schon voll sind und einfach kein Platz da ist, oder wenn der Vogel bekannt ansteckend ist und die Situation entweder chronisch (wir ihn also grundsätzlich nicht in den Schwarm lassen könnten), oder der Quarantänekäfig grade schon besetzt. Alles andere kriegen wir irgendwie hin…
      Gerade, wenn wir so „Unverkäufliche“ übernehmen, die sonst „Entsorgt“ würden, ist es immer ein bisschen Marke Wundertüte… Man weiß eh vorher nicht, was man bekommt.

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      1. Macht ihr das über eigene Kontakte oder über einen Verein/ eine Seite? Vermittelt ihr auch? Wenn ja, in welchem PLZ-Gebiet? Meine Freundin und ich vermitteln Wellis in Berlin und Brandenburg (meistens Tiere, die über die Vogelpraxen kommen).

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      2. Wir bekommen sie meistens entweder über den örtlichen Kleintierarzt oder unseren Vogeltierarzt, oder über die Tierheime in der Umgebung (das aus meiner Sicht eher ungern, da ich die zuständige Dame gerade beim zunächstliegenden Tierheim absolut nicht ausstehen kann). Wenn Platz ist, auch schon mal durch direktes Nachfragen in einschlägigen Baumärkten, ob in der Kleintierabteilung „Ausschuss“ (so nennen die das) da ist.
        Wir vermitteln eigentlich nicht. Wir machen nur die Endaufnahme, also die Vögelchen, die wir bekommen, gelten schon als „nicht verkaufbar“/“nicht vermittelbar“, oder haben aufgrund der gesundheitlichen Situation eine regelmäßige Tierarztrechnung, die man nicht gutem Gewissens weitergeben kann.

        Außer dem lauten Zebrafink.. der kam durchs Fenster, und nachdem wir den Besitzer nicht ausfindig machen konnten und dann auch über einige Monate niemanden gefunden haben, der ihn geschenkt wollte, haben wir ihm eine Partnerin gekauft und ihn einfach behalten. Die nehmen ja kaum Platz weg zwischen den Wellis (und sind relativ pflegeleicht, wenn sie nicht grad die Papageien ärgern…)

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