Ein paar kleine Auszüge zum Thema „Atty“ und „Bett“:

1.

Als der zweite Herzog mich durch Apsley House führte, zeigte er mir das Schlafzimmer seines Vaters. Man kann es kaum ein Zimmer nennen; es war eher ein Wandschrank. Der Schrank ist nun weg, aber ich fand die genaue Stelle, an der das Bett stand. […] Jeder, der auch nur im Geringsten größer war als der Herzog hätte sich nicht darauf ausstrecken können; es sah sehr unbequem aus. Das Kopfende des Betts stand in der Nähe der schmalen Tür, die noch immer auf einen kleinen Balkon mit direktem Zugang zum Garten hinausführt.

Original:
When the 2nd Duke showed me over Apsley House, he pointed out his father’s bedroom. It could hardly be dignified by the name of room; it was a closet. This closet is gone; but I found the precise spot where the bedstead stood. […]. Anyone, in the least taller than the Duke, could not have laid at full length upon it; it looked very uncomfortable: the head of the bed was close to the half-door, which still exists, outside which is a small balcony directly leading to the garden.
—Sir William Fraser, Bart.: Words on Wellington, p. 80 et seq.

[Anmerkung: Apsley House war das Londoner Stadthaus der Herzogs Wellington, dessen obere Stockwerke noch heute von der Familie Wellesley bewohnt werden. Keller, Erdgeschoss und erster Stock sind nun ein Museum.]

2.

Das Schlafzimmer des Herzogs in Apsely House war, wie überall, nicht komfortabler als ein Zelt. Das Bett ist dasselbe, das er im Feld benutzte, und er verwendete eine deutsche Bettdecke statt englischer Laken, und er hatte keine Vorhänge. Das Bett war kaum breit genug, als dass sich seiner Gnaden hätten umdrehen könnten. Einer seiner Lebensgrundsätze war: „Wenn man darüber nachdenkt, sich im Bett umzudrehen, ist es an der Zeit, aufzustehen.“.

Original:
The Duke’s bed-chamber at Apsley House was here, as elsewhere, a mere tent. The bed is the same which he used in the battle-field, and the German quilt was used instead of English blankets, and there were no curtains: the bed was scarcely wide enough for his Grace to turn round, one of his homely maxims being that “when a man thinks of turning, it is time he were up.”
Wellingtoniana: Anecdotes, Maxims, and Characteristics, of the Duke of Wellington. Selected by John Timbs; London: Ingram, Cooke and Co., 1852; p. 94 et seq.

[Anmerkung: In England war und ist es teils auch heute noch üblich, zwischen zwei dünnen Laken zu schlafen. Daunen-, Federbetten oder andere schwere Decken waren nicht üblich.

3.

Die Reise des Herzogs nach Russland dauerte genau drei Wochen. Er nahm sein eigenes Bett mit und verbrachte jede Nacht in einem Gasthof.

Original:
The Duke passed exactly three weeks on the journey to Russia. He took his bed with him and slept at an inn every night.
The Diary of Frances Lady Shelley, 1818 – 1873, edited by Richard Edgcumbe, p. 142.

4.

Take Up Your Bed, and Walk!!!

take-up
Karikatur von William Heath, veröffentlicht von Thomas McLean, 1.10.1829

„Während seiner Besuche in Walmer Castle ruht der Herzog immer auf dem Feldbett, das während des Kriegs auf der Halbinsel das Lager seiner Gnaden darstellte. Dieses geliebte Möbelstück wird regelmäßig zwischen Downing Street und Walmer Castle hin und her transportiert, wenn der Herzog letzteren Ort besucht.“

During the Duke’s temporary sojourn at Walmer Castle he invariable reposes on the camp bedstead which form’d his grace’s couch throught the Peninsular Campaigns – the highly prized article of furniture being regularly convey’d from DowningStreet to Walmer Castle when ever the Duke visits the later place

[Anmerkung: Wellington war zwar zweimal Premierminister, wohnte aber nie in Downing Street 10, sondern hatte dort nur seine Dienerschaft untergebracht. Insofern ist der Text also nicht korrekt. Walmer Castle war einer seiner drei Wohnsitze und der Ort, an dem er später verstarb. Sein geliebtes Feldbett ist dort heute noch zu sehen.]

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14 Gedanken zu “Wie Arthur sich bettet…

    1. Ich könnte das ja nur so zwischen den Laken gar nicht. Auch nicht mit Wärmflasche oder so… ich mag gern ein bisschen mehr Gewicht über mir zum schlafen. Bei meinen Londoner Bekannten, bei denen wir auch gelegentlich mal über Nacht sind, ist es auch „eigentlich“ üblich, aber die haben vernünftige Decken… und schlafen auch selbst mit Decken oben drauf.

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      1. Flach schlafe ich auch ganz ganz schlecht, deswegen auch Kissen im Auto. Kann im Notfall aber auch was anderes nehmen (wir sind manchmal mehrtägig zu Pferd unterwegs, Kopfkissen mitnehmen is da eher unpraktisch). Ich habe drei richtig schwere Decken mit Sand- bzw. Reisfüllung… eine liegt in Bayern, eine in Belgien und eine im Kofferraum. Damit schlafe ich am besten.

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      2. Die Decken haben ein Inlett in das quadratische oder rechteckige Taschen eingenäht sind, sozusagen im Schachbrettmuster abgesteppt. Dadurch bleibt das Gewicht über die Decke auch gut verteilt. Gibts in unterschiedlichen Gewichtsklassen zu kaufen oder (deutlich kostengünstiger) sind auch relativ leicht selbst zu machen – dann steppt man halt nicht komplett durch sondern lässt jeweils Öffnungen, stopft dann von oben nach unten durch und sticht jeweils die fertigen Kammern zu. dann wenigstens auf der Körperseite ein angenehmes Material dagegengenäht… beim selbstmachen sind aber eher Reis oder Linsen zu empfehlen, Sand in der Sauberkeitsqualität die man für sowas gerne hätte, auch wenn im Normalfall nichts ausläuft, bekommt man nicht so leicht, und wenn dann kann man sich für den Preis auch gleich das fertige Ding kaufen.

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      3. In erster Linie kaufen sowas wohl Autisten,… Da gibt’s offenbar genug, die unter Gewicht besser schlafen, dass sich das herzustellen rentiert. Ein Hersteller, auch mit ein bisschen Hintergrundinfo, hier allerdings speziell in Kindergrößen, ist z. B. hier: http://minidecke.de/ ; ganz unabhängig von irgendwelchem Therapiekram kenne ich aber einige „Kollegen“, die das Gewicht wie ich eben auch zum Schlafen einfach als wahnsinnig angenehm empfinden.

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      4. Sehen richtig gut aus, wie Steppbetten, aber… Der Preis ist auch nicht von schlechten Eltern… Da ich ja alles sehr groß mag und mich in Decken auch gerne einwickel..

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      5. Ja, deswegen erfreut sich da auch das selbstmachen großer Beliebtheit. Gibt auch richtig gute Anleitungen online, nur eine Nähmaschine sollte man schon haben, sonst ist man sehr lange beschäftigt…

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