„Den hout da Hulzfux g’hult“.

Der „Hulzfux“ – wohl ein „Holzfuchs“ – war in meiner Kindheit ein undefiniertes aber höchstgefährliches Wesen, bekannt dafür, potentiell alles und jeden mitzunehmen und erst zu einem unbekannten späteren Zeitpunkt wieder rauszurücken – wenn überhaupt. Fragte man nach einem Gegenstand oder einer Person, dessen/deren aktueller Aufenthaltsort dem Gefragten unbekannt war – Der Hulzfux war an der Abwesenheit Schuld.

Für die Erwachsenen eine Redensart ohne weitere Bedeutung, für uns als Kinder immer ein Grund zum Gruseln. Was, wenn der Hulzfux nun auch bald uns holen kommen würde? Oder irgendetwas, das uns wichtig war? Oder irgendjemanden nicht wieder rausrücken… Und war, oder wer, war er überhaupt? Man konnte ihn ja schwer meiden, wenn man gar nicht wusste, worauf mach achten sollte…

Wie er nun aussah, oder wie er es anstellte, alles ungesehen zu entfernen und irgendwann ebenso ungesehen wiederzubringen – keiner schien das so genau zu wissen.

 

Der Hulzfux – Lang habe ich nicht mehr an ihn gedacht.

Bis ich heute Nachmittag dieses Foto einer morgendlichen Begegnung rumgezeigt habe – und alle einhellig und voneinander unabhängig zu dem Schluss kamen – DAS ist ein Hulzfux.

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Ah. Gut. Der Hulzfux war seiner Zeit also offenbar weit, weit voraus. Immerhin – manche Rätsel lösen sich noch nach Jahren auf…

Eigentlich sieht er ja irgendwie zum Knuddeln aus. Vielleicht will er ja auch nur spielen… Liegt vielleicht auch daran, dass es doch ein Knogga ist, aber vor meinem inneren Auge wird der Hulzfux wohl von nun an dauerhaft genau so aussehen.

 

Sicher nicht spielen wollte allerdings das hier, das mir später auf dem Heimweg vor die Kamera sprang:

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17 Gedanken zu “Der „Hulzfux“

    1. Der Hulzfux? Aber ja, ein Oberpfälzer! Habe heute mal bei der älteren Verwandtschaft rumgefragt, nachdem ich ihn grad frisch im Kopf hatte und eh alle beinander waren. Leider konnte mir da auch keiner sagen, was der eigentlich außer Sachen verstecken noch so macht.

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      1. Der begegnete mir nur im Kinderspiel. „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?“ – „NIEMAND!“ – „Und wenn er aber kommt?“- „Dann laufen wir davon!“ Das war noch so der Level vom Schulsport mit dem ich zurechtkam. Hm. Jetzt stelle ich mir gerade eine Kneipe vor, in der sich diese ganzen Schreckgespenster abends treffen und über die Menschheit schimpfen.

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      2. Danach wurde bei uns nicht gefragt, das war Sportunterricht, da hatte man mitzumachen. Auf Stichwort „davon“ aufstehen und zur anderen Linie laufen ohne sich berühren zu lassen konnte ich als Anweisung immerhin noch umsetzen, insofern hatte ich gegen diese Art von Spielen nichts. Alles wobei mehr zu koordinieren war, sowohl körperlich als auch als „Mannschaft“ war mir in dem Alter deutlich zu hoch.

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      3. Gruppen gingen bei mir immer dann, wenn ich sagen konnte, was gemacht wird und wann damit aufgehört wird. Kannst dir vermutlich vorstellen, dass das in vielen Fällen nicht so unheimlich gut rüberkam. War mir aber auch irgendwie egal, Gruppenarbeiten in der Schule waren zum Glück noch nicht „in“ damals, so hatte es keine größeren Auswirkungen.
        Nur als im Sportunterricht die Mannschaftssportarten aufkamen wurde es teils extrem problematisch. Zum Glück konnte ich irgendwann absprechen, dass ich da nicht mitmachen muss und stattdessen was anderes machen kann (dagegen, ne Stunde Wurftechnik zu üben während der Rest Basketball spielt hatte ich nichts… Kann man auch super im Kopf ganz was anderes machen). Das war Anfang der 9. Klasse, d.h.da waren vorher noch ein paar Jahre grenzwertige Katastrophe…

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      4. Du bist also eher eine Führungspersönlichkeit?? Ich nun ganz und gar nicht, kann weder führen, noch mich anschließen, bin einfach nur Einzelgänger. Leider verstand das schon früher niemand.

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      5. Also… Jein?
        Ich höre immer, eine „Führungsperson“ braucht auch so Sachen wie Einfühlungsvermögen, Takt, Diplomatie, Verständnis… Das geht mir eher ab und daran fehlt mir auch das Interesse. Ich bin mehr so „Chef“. – Es wird gemacht was ich sage wenn ich es sage, so wie ich es sage. Dann kommt man mit mir bei der Arbeit sehr gut zurecht, und die Arbeit wird auch erledigt.
        Das funktioniert heute zum Glück recht gut, weil ich die dazu passenden Angestellten habe. Jedem ständig nachlaufen, sicherstellen dass der seine Arbeit erledigt und nicht stattdessen Candy Crush spielt, bei stressigen Aufträgen Händchenhalten … darin bin ich nicht gut, und das will ich eben auch nicht.

        Ich kann mich in einer Gruppe schon auch durchaus unterordnen, SOFERN ein klarer „Chef“ vorhanden ist, der sagt, was Sache ist. Was ich gar nicht kann, ist dieses Wischiwaschi-„Kooperieren“ bei dem meinem Gefühl nach jeder alles irgendwie und nichts richtig macht, keiner weiß, wer was eigentlich wie wann wo zu machen hat und jeder jedem ständig reinredet.
        Wenn mir einer sagt „Projekt hat Teil 1, 2, 3, 4, du machst jetzt Teil 2.“ – dann kann ich mich in meine Ecke setzen und ohne Widerspruch Teil 2 machen und dann abgeben. „Wir machen jetzt alle zusammen Teil 1, dann alle zusammen Teil 2″… ja äh.. ich geh dann mal. Oder, wenn das keine Option war, war ich dann ganz schnell der „Verteiler“. Danach versuchte dann in der Regel auch keiner mehr, mich in irgendwelche „Teamwork“ einzubauen.

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      6. Was Jein? Ich bin 100% unkompatibel was jegliche Art von Team angeht. Ich arbeite entweder alleine oder mache das was mein Mann sagt… So gehört sich das 😉
        Angestellte führen ist absolut nichts für mich! Ich bin eher so, sage es den Leuten einmal, bzw bitte eher, dass sie was tun und wenn sie das nicht machen, mache ich es eben selbst.

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      7. Da klingst du aber kompatibler als ich… Ich sag’s einmal, und wenn sie es nicht machen werde ich grantig.

        Ohne Angestellte müsste ich aber Arbeiten machen, die mir absolut nicht zusagen… Buchhaltung z. B. ist mir ein Graus. Kann ich nicht, will ich auch nicht lernen. PowerPoints formatieren kann ich zwar, mag ich aber nicht. Eigene Texte und Übersetzungen selbst Korrekturlesen… ist immer so ein Problem, man bräuchte Abstand, dafür ist meistens die Zeit nicht, insofern auch eine Frage der Qualitätssicherung.
        Trotzdem würde ich sagen, dass ich „alleine“ arbeite, weil ich die allermeiste Zeit mit meinem Laptop irgendwo für mich alleine sitze – entweder daheim oder in der Bibliothek – und dann halt das Ergebnis per E-Mail versende.

        Was mein Mann sagt mache ich auch gelegentlich. Vor allem im Re-Enactment, da steht er organisatorisch im „Rang“ meilenweit über mir. Rein von der Rolle her ließe sich drüber streiten, aber „im Feld“ begegnen wir uns bislang eher selten.

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      8. Ja so „Angestellte “ die man nicht sieht ist ja auch einfacher. Wir haben auch einen Buchhalter, aber der ist ja quasi selbstständig, arbeitet für viele Leute. Der weiß eh was er zu tun hat, da muss man nichts sagen.

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      9. Korrekturlesern/Lektoren muss man schon öfter mal was sagen, da tut man bei mir auch gut dran ein dickes Fell zu haben, weil ich meinen Takt komplett für die Kunden brauche. Intern geht es da sehr direkt zu bei mir. Allerdings bekommt das auch jeder im Voraus gesagt. Was ich GAR NICHT kann sind Praktikanten, oder Leute frisch aus der Ausbildung/von der Uni. Wenn ich mal Babysitten will, leihe ich mir einen Neffen (Ist aber noch nie vorgekommen), bei der Arbeit brauche ich das nicht.

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      10. Hmmm also zickig kann ich privat sein, bei der Arbeit muss das nicht sein, da kann ich schon auch nett, auf jeden Fall aber höflich. Ich lege generell ja auch bei anderen Leuten Wert auf gute Manieren. Davon abgesehen bin ich eher tiefenentspannt.
        Korrekturleser und Lektoren sind doch aber wahrscheinlich auch freie Mitarbeiter oder? Arbeiten die dann mehr als einmal für dich??

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      11. Ich mag es bei der Arbeit effizient. Das ist allerdings zumeist eher nicht nett. Ich bin nicht gezielt patzig oder unhöflich/beleidigend, aber wenn was nicht passt, sage ich das. Wer Mist baut bekommt genau das gesagt, und nicht, wie das manche gerne möchten, mit dreifacher Entschuldigung, dass man jetzt sagen muss, und Konjunktiv und möchtest du vielleicht ein bisschen… Die Erklärung warum es schief gelaufen ist, interessiert mich auch nur, wenn ich was dagegen tun kann, ansonsten habe ich da für mich mit der Information über die Situation meine Schuldigkeit getan. Alles weitere ist dann nicht mehr meine Aufgabe (und genau das kann man mit Praktikanten oder noch Anzulernenden Leuten z. B. nicht machen – die brauchen dann Anleitung im Lösung finden, dazu fehlt mir die Geduld komplett.)
        Andersherum will ich mich auch nicht erst durch für mich nutzlose Informationen graben müssen. Wenn jemand seine Deadline nicht einhalten kann, dann brauche ich genau zwei Informationen: a.) „Ich werde nicht zum Termin fertig“ und b.) „Ich brauche X/ca. X/mindestens X länger.“ Weitere Auskünfte bitte nur, wenn ich aktiv eingreifen muss (Hardware-/Softwareprobleme). Je nach Situation kommt dann zurück „OK“, oder „Ok, schick das an Y, Y macht weiter, mach stattdessen [Auftrag mit anderer Deadline].“ Das ist kein Weltuntergang, und ich sehe keinen Grund, da erst noch ein Beileidsschreiben zu verfassen, weil der arme Mitarbeiter die letzte Nacht nicht gut geschlafen hatte und deswegen jetzt sooo müde ist und langsam arbeitet, und ihm dreimal zu versichern dass das nichts macht, solange er nur rechtzeitig Bescheid gibt – das eine geht mich nichts an, und das andere sollte er selbst wissen.
        Ich bin auch verbal allgemein sehr knapp in meinen Aussagen (außer ich lasse mich gerade über ein besonders interessantes Thema aus, dann wird es auch sehr lang). Dann kommt eben auf die Frage „Was kommt als nächstes?“ eher „Nr. [Auftragsnummer]“ von mir – und nicht „Wenn du mit dem letzten Auftrag fertig bist, könntest du als nächstes vielleicht Auftrag Nr. [Auftragsnummer] machen.“ Wer das hören möchte, soll es sich bitte selbst dazudenken.

        Zur Mitarbeitersituation – Freiberufler haben wir zum „auffüllen“ wenn die internen Kapazitäten nicht reichen. Es ist mir schon wichtig, dass ich eine „Stammbelegschaft“ habe, die zuverlässig zur Verfügung steht, und ich mich nicht mit anderen Auftragebern (das bin ich ja bei Freiberuflern) um die Kapazitäten kloppen muss. Wir bekommen auch direkt Aufträge zum Lektorieren oder „Hier ist ein Entwurf, mach‘ da mal jemand einen publikationsfähigen Text draus“ und ähnliches, und damit möchte ich mir auch nicht die Kapazitäten für die Korrektur unserer Übersetzungen blockieren. Dann habe ich noch ein paar Übersetzer, die in Bereichen spezialisiert sind, mit denen ich nichts anfangen kann (Finanzen/Banking v.a., Jahresabschlüsse, solche Sachen), weil es einigen Kunden wirklich wichtig ist, alle Übersetzungen an einen Ansprechpartner zu geben. Andererseits findet man ja als Übersetzer kaum noch eine Festanstellung, und es gibt doch einige, für die das Freiberuflersein nichts ist, und die ganz dringend eine Anstellung möchten – so profitieren dann beide Seiten, der Übersetzer hat seine Anstellung und ich habe immer jemanden bei der Hand für die entsprechenden Themen. Genug Auftragsvolumen dass sich das rechnet haben wir zum Glück durchgehend. Eigentlich müsste ich dringend noch eine zusätzliche Stelle ausschreiben, aber das absolut unangenehmste an Mitarbeitern für mich sind Vorstellungsgespräche. Da kommen einem Gestalten unter, da zweifelt man manchmal an seinem Verstand…
        Die freien Mitarbeiter, die ich habe, arbeiten in der Regel regelmäßig für mich. Mein theoretisches Ziel wäre, sie nur im Februar und November zu brauchen (das sind unsere Spitzenmonate jedes Jahr), aber das Ziel haben wir in diesem Jahr bislang in 8 von 9 Monaten verfehlt.

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