Schlosspark Laxenburg und Franzensburg

Der Schlosspark in Laxenburg ist nicht nur mit Ritterfest einen Besuch wert, sondern auch anderweitig. An diesem Tag hatte die ganze Gegend kaum mobiles Internet – die Pokémonjagd musste entsprechend aufgegeben werden.

Der Park wurde von dem bereits erwähnten Kaiser Franz I. angelegt. Es ist ein rein künstlicher Park, alles, was dort steht datiert maximal ins frühe 19. Jahrhundert. Dazu zählen auch die „alten“ Ruinen und Tempel.

Der Park ist bei Besuchern sehr beliebt, vor allem bei schönem Wetter. Auf Kinder mit Fahr- und Laufrädern muss man etwas aufpassen. Reiter aus dem angeschlossenen Stall haben ihre eigenen Reitwege und sollten dem Spaziergänger nicht über den Weg laufen. Hat man es lieber ruhiger, kann man die kleineren Wege verwenden.

Wer weniger gut zu Fuß ist, kann die parkinterne Bimmelbahn verwenden, für Kinder gibt es Ponyreiten, am See einen Bootsverleih. Das angeschlossene Filmmuseum hatte leider noch nie geöffnet, wenn wir dort waren und Zeit gehabt hätten.

Im Park fühle ich mich, vor allem in den hinteren Bereichen, immer wie in ein Computerspiel versetzt. Man sieht in der Ferne einen Punkt, geht drauf zu, es wird langsam ein Gebäude draus (z. B. der Concordiatempel). Man hält drauf zu, kommt an einen Fluss, kann erst mal schauen, wo und wie man da drüber kommt… sehr viel Spaß.

Im See gibt es die Franzensburg – eine Wasserburg die auf drei Wegen zu erreichen ist: Über die Fähre, per geliehenem Boot oder hinten rum über eine Brücke, quasi durch den Hintereingang. In der Burg gibt es einen kleinen Museumsladen – da wir immer kurz vor Ende der Sommeröffnungszeiten auftauchen, haben wir dort nie wirklich viel Auswahl – und ein Burgcafé, das schon eher als ausgewachsenes Restaurant bezeichnet werden könnte.

Die Burg, die als Museum gebaut wurde und mit aus unterschiedlichen Schlössern und Stiften entfernten Gegenständen ausgestattet ist (einschließlich der Deckenkassetten und Wandtapeten), ist nur im Rahmen einer Führung zugänglich.

Davon gibt es zwei Stück: Eine „Turm- und Dachführung“ und eine Museumsführung. Dauert jeweils ca. 55 Minuten und findet versetzt statt.

Turm- und Dachführung: Es gibt sehr viele Stufen. Wer schlecht Treppensteigen kann oder anderweitig Probleme mit Wendeltreppen hat, sollte es bleiben lassen. (Eine Dame ging nicht mit auf den Turm. Da die Führung nicht gerade die billigste ist, würde ich mir das doch eher vor dem Kartenkauf überlegen wollen). Der Blick vom Turm ist sehr schön und weit, auch von den „Wehrgängen“ auf dem Dach aus hat man eine gute Aussicht. Höhenangst sollte man nicht haben.

Einige der Gänge und Wege sind ziemlich eng, auch an Stellen, an denen man mal stehenbleiben und warten muss. Mit einer größeren Gruppe dicht gedrängt stehen ist jetzt nicht so unbedingt meines. Wären noch ein oder zwei Personen mehr in der Führung gewesen, wäre es nicht mehr möglich gewesen, unfreiwilligen Körperkontakt zu vermeiden.

Der Führer redete viel und informativ, erzählte auch einiges zu den Hintergründen des Baus und dem in der Burg verwendeten Symbolismus. Die Führung war durch das ständige Stop-and-Go, wie es bei solchen Führungen eben üblich ist, ziemlich anstrengend zu laufen (ich finde das wesentlich ermüdender als die ca. 150 Treppenstufen in den Turm).

Museumsführung: Die Museumsführung folgte dann zur nächsten vollen Stunde.

Hier ging es nun durch die Museumsräume, mit Erklärungen zu den Herkunftsorten der unterschiedlichen Einrichtungsgegenstände, sowie zur Familie des Kaisers Franz.

Die Führerin war dieses Mal eine sehr jung wirkende Frau. Dafür, dass es aufs Ende der Saison zugeht, machte sie einen äußerst unerfahrenen Eindruck. Gestellte Fragen konnte sie mehrfach nur mit „Weiß ich nicht“ beantworten. Leider nahmen sie mehrere Führungsteilnehmer wohl auch nicht so wirklich für voll und störten andauernd – ein Paar, das sich laufend von der Gruppe entfernte, versuchte, in Räume einzudringen, trotz ausgesprochenem und ausgeschilderten Photographierverbot dauernd am Knipsen war, und allgemein sehr stark störte. Ein weiterer Herr verlangte mehrfach, raus und wieder reingelassen zu werden. Verständnis dafür, eine solche Veranstaltung zwischenrein verlassen zu müssen oder wollen, habe ich schon. Das passiert mir auch schon mal. Aber dann bleibe ich draußen und hämmere nicht an die nächste Tür, um wieder rein zu dürfen. Vor allem nicht mehr als einmal in derselben Stunde.

Dafür kann die Führerin natürlich nichts… seltsam war allerdings, dass sie eine Markierung erwähnte, die „hier irgendwo in der Burg sein soll“, von der sie aber nicht wüsste, wo. Uns war diese direkt vorher auf der Dachführung gezeigt worden. Sprechen sich die Führer hier nicht ab? Bekommen die keinen Überblick ausgehändigt? Die Frau macht ebenfalls Dachführungen (die beiden wechselten sich zumindest an dem Tag ab), und läuft damit an dieser Markierung vorbei. Es schränkt das Vertrauen in alles andere, was sie sagte, doch etwas ein.

Die Burg ist auch so sehenswert, eventuell würde ich aber nächstes Mal auch einen Audioguide nehmen, oder speziell nachfragen, wann der ältere Führer die Runde macht.

Mittagessen gab es für uns im Schlosscafé. Terrassenplätze sind für mich eher unpraktisch, aber die Tische direkt am Gebäude sind in Ordnung. Allgemein ist zumindest zu dieser Jahreszeit der Bereich näher am See beliebter, sodass man dort immer recht für sich alleine ist. Ein einigermaßen schattiger Tisch lässt sich dort auch finden.

Bedient wird schnell und freundlich. Immer. Wir sind dort in schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr, und es gab noch nie Probleme. Beim Tempo hilft es, dass die Kellner Bestellungen elektronisch aufnehmen, sodass man nicht darauf angewiesen ist, wieder auf „seinen“ Kellner zu warten.

Die Karte ist umfassend, vegetarisch ist kein Problem. Die Auswahl unter Umständen schon, denn man muss sich ja für eines entscheiden.

Auf dem Rückweg fiel uns gegenüber von „unserem“ Eissalon noch eine zweite Eisdiele auf, die mit „bio“, „laktose- und glutenfreien“ sowie „veganen“ Sorten, geringem Zuckerzusatz und keinen künstlichen Zusätzen wirbt. Gerade hatten wir zum Testen keine Lust mehr, setzten das aber schon mal auf den Plan für Samstag.

Gelaufene KM: 7,9

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Ein Gedanke zu “Urlaubsreview – Tag 5

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