Husarentempel bei Mödling

Von Burg Liechtenstein aus hatten wir ihn gesehen, nun mussten wir ihn uns auch aus der Nähe ansehen: den Husarentempel bei Mödling.

Er liegt auf dem kleinen Anninger in knapp 500 Metern Höhe und wurde im Gedenken an die Gefallenen der Schlacht bei Aspern gebaut. Die Schlacht bei Aspern war damals Napoleons erste Niederlage. Die Schlacht bei Aspern war außerdem die Schlacht in der einer der m.E. interessantesten französischen Marschälle fiel: Jean Lannes (ihn verlinke ich hier nicht, weil seine Wikipediaseite grobe Fehler enthält und dringend mal überarbeitet gehört. Vielleicht habe ich nachher Zeit dazu, dann lösche ich den Satz hier wieder).

(Na gut, das mit dem in der Schlacht fallen kann man nun auch sehen wie man will, er wurde jedenfalls auf einer Mauer sitzend Pause machend von einer dumm fallenden Kanonenkugel verwundet und verstarb später an Wundbrand. Es ließen eben auch die Herrschaften französischen Feldärzte beim Amputieren und der nachfolgenden Versorgung die Sauberkeit etwas vermissen (auch wenn sie den Briten, so leid es mir tut das sagen zu müssen, klar überlegen waren). In jedem Fall war er vorher am Leben und anschließend tot.)

Dieses Mal etwas besser vorbereitet, Wanderkarten zu Hause aufs Handy geladen, festgestellt: Es wird gewarnt, dass man unterwegs nirgends einkehren kann. Also großzügig Getränke und etwas Proviant mitgenommen, richtig essen können wir auf dem Rückweg.

Der Parkplatz am Gasthaus Bockerl war trotz Navi erst im zweiten Anlauf zu finden, die Zufahrt versteckt sich etwas als fünfte Abzweigung einer Kreuzung.

Dummerweise haben wir beim Parken auch nicht aufgepasst und nicht daran gedacht, dass es zwar morgens noch recht kühl war, aber die Sonne bis Mittag mein (schwarzes) Auto in einen Backofen verwandeln wird… Daher auch keinen schattigen Parkplatz gesucht. Blöd.

Der Aufstieg beginnt direkt am Parkplatz, die Beschilderung ist ganz gut, man kann mehrmals wählen, Zwischenziele anzulaufen  – je nachdem, wie lange man unterwegs sein möchte, oder wie oft man Pause einlegen will. Bänke gibt es dazwischen einige, die Abstände sind aber relativ groß.

Gerade der Anfangsbereich des Wegs ist ziemlich steil und felsig. Wer nicht gut zu Fuß ist, kommt hier nur mit Schwierigkeiten weiter. Alles was Räder hat (z. B. Kinderwägen) hätte absolut keine Chance. Wie die anderen Aufstiege aussehen, weiß ich nicht, wir haben nur den einen verwendet. Die erste Kreuzung ist unbeschildert, aber Ausschlussverfahren und Logik – der Tempel ist oben, also nehmen wir den Weg, der am „nach-obigsten“ geht – bringen uns auch weiter. Ein Stück hinter der ersten Bank mündet der Pfad dann in einen breiteren Weg (die Art, die zum Abtransport von Holz aus dem Wald verwendet wird, also auch für schwerere Fahrzeuge ausreichend befestigt), auf dem es dann eine ganze Weile weitergeht. Irgendwo muss dieser Weg auch ein unteres Ende haben…

Wir folgen weiter dem (nun wieder ausgeschilderten) Mozartweg in Richtung Husarentempel. Einige wenige Infotafeln gibt es, zumeist zu Wald- und Pflanzenthemen. Für mich am interessantesten ist die Infotafel zu örtlichen Legenden.

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Der Mozartweg endet, der Schubertweg zweigt rechts ab – und diesem ist jetzt bis zum Ende zu folgen. Der Weg bleibt stabil und breit. Amüsant finden wir eine künstliche Lichtung, die aussieht, wie ein Kreisverkehr. Fast oben angekommen beschließen wir, einen Umweg zu machen und dem Matterhörndl einen kleinen Besuch abzustatten. Der Weg dorthin ist nun ein sehr enger Waldweg, zwei nebeneinander geht nicht. Relativ viel auf und ab, für uns schön zu laufen, aber auch hier: man sollte recht gut zu Fuß sein. Unterwegs anhalten, ohne den Weg für nachkommende Wanderer zu blockieren, geht nicht.

Das Matterhörndl ist eine Kalkfelsformation, die beklettert werden kann. Was wir natürlich prompt ausprobieren mussten. Geht gut, allerdings würde man auf der Rückseite (Ostseite) relativ tief fallen.

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Der Waldweg vom Matterhörndl weg endet direkt unterhalb des Husarentempels.

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Um diesen zu erreichen, darf man dann erst noch einen Satz eher unangenehme Stufen erklimmen – unterschiedliche Höhen, teils ziemlich verwittert. Oben warten Tische und Bänke, eine Gedenktafel und ein weiter Ausblick.

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Ausblick auf die Burg Liechtenstein

Der Husarentempel besitzt eine Beleuchtung mit Solaranlage, die haben wir natürlich am helllichten Tag nicht in Aktion erlebt.

Auf dem Rückweg sparen wir uns irgendwelche Zwischenstopps und bleiben auf dem Hauptweg. Das felsige Endstück ist im Abstieg unangenehmer als im Aufstieg, aber kein großes Problem. Kurzes Bedauern im Vorbeigehen über den Backofenzustand des Autos, bevor uns die inzwischen doch recht leeren Mägen ins Gasthaus treiben.

 

Waldgasthaus Bockerl.

Das vor der Tür angeschriebene Tagesmenü sah schon extrem einladend aus.

Den Außenbereich habe ich mir nicht angesehen, da er für mich ohnehin nicht in Frage kommt: zu hell, zu warm und zu viel los. Der Innenraum war ruhig. Rustikal und gedämpft eingerichtet, keine grelle Beleuchtung. Radio läuft zwar, aber leise genug, dass ich mich noch unterhalten kann, ohne Probleme zu haben, den Radiotext aus der Unterhaltung zu filtern.

Die Plätze in den Ecken sind schön geschützt vor Störungen, der Kellner passt dennoch recht gut auf und lässt uns nicht lange warten nur zum Zahlen hat es etwas länger gedauert. Hätten wir es eiliger gehabt, hätte ich dazu aber an die Theke gehen können.

Die Speisekarte ist essenstechnisch die größte Überraschung der Woche – wir wissen gar nicht so genau, was wir jetzt bestellen wollen. Nicht, weil nichts Passendes drauf steht, sondern weil wir uns jetzt locker eine Woche lang durch die Karte futtern könnten.

Vegetarisch und vegan ist kein Problem. Glutenfrei oder laktosefrei gibt es ebenfalls in größerem Angebot, nur gluten- und laktosefrei gleichzeitig schränkt die Auswahl sehr stark ein (= auf genau ein Gericht).

Der Kellner ist sehr freundlich, hetzt uns nicht, und hilft auch nett aus, als ich nach dem Essen bei der Kaffeebestellung mal wieder Probleme mit den österreichischen Bezeichnungen habe.

Das Essen hält genau das, was die Karte versprochen hat, und ist hervorragend.

Fazit: Wer in dieser Ecke von Mödling was zu essen sucht – hier wäre eine sehr gute Anlaufstelle.

 

Die Rückfahrt im Backofen überstehen wir irgendwie, dafür hängen wir abends nochmal eine lange Runde an.

Gelaufene KM: 16,8

 

 

 

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2 Gedanken zu “Urlaubsreview – Tag 3

  1. Es war wunderbar. Wir waren auf langer Strecke die einzigen auf dem Weg, und ich bin ja schon nativ Bergmensch. Dass der Weg nicht besonders hoch frequentiert wird sieht man auch daran, dass das Pokémon, das ich im Vorbeigehen in einer Arena dort gelassen habe, dort nun über eine Woche später immer noch sitzt und für mich Münzen verdient. So habe ich das am liebsten, ich bin schnell genervt wenn Wege von langsameren Gruppen verstopft sind.

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